CFP 04.11.2026

Copernico: Netzwerke der Moderne

Eingabeschluss : 15.12.2026

Beate Störtkuhl

Netzwerke der Moderne. Architektur, visuelle Medien und Design der Zwischenkriegszeit im östlichen Europa.

[English version below]

Das Online-Portal „Copernico. Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“ (https://www.copernico.eu) ruft auf zur Einsendung von Beiträgen für den Schwerpunkt „Netzwerke der Moderne. Architektur, visuelle Medien und Design der Zwischenkriegszeit im östlichen Europa“. Er richtet den Blick auf die Zirkulation von künstlerischen Konzepten, Formen und Techniken, auf Orte kulturellen Austauschs und auf die Rolle von Netzwerken für die Entwicklung und Rezeption künstlerischer Ausdrucksmittel in Architektur, Malerei, Plastik, Plakatkunst, Fotografie und Film.

Der Erste Weltkrieg und die Oktoberrevolution haben die gesellschaftlichen und damit auch die kulturellen Rahmenbedingungen im östlichen Europa tiefgreifend verändert. Der Zerfall der multiethnischen Imperien und die damit verbundenen Grenzverschiebungen und Migrationsbewegungen führten zu krisenhaften Situationen, dennoch herrschte in den neuen Nationalstaaten Aufbruchstimmung. Im Spannungsfeld zwischen nationaler Selbstvergewisserung und Internationalisierung, sozialem Engagement und politischen Ideologien entwickelten sich divergierende Formen künstlerischer Praxis: Unter Berufung auf die Tradition wurden einerseits ‚nationale‘ Stile kreiert; andererseits entstanden explizit transnationale Netzwerke von Künstler:innen, die nach radikal neuen Ausdrucksformen in Architektur, visuellen Medien und Design suchten. Nicht selten traten beide Richtungen miteinander in Dialog, und es entstanden eigenständige Formensprachen, in denen lokale Identitäten und Konzepte der Avantgarde aufeinander trafen.

„Modernität“ in Architektur und Städtebau wurde im Laufe der 1920er Jahre zum Ausdruck des kulturpolitischen Selbstverständnisses der jungen Staaten des östlichen Europas. Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Proklamation des Sozialistischen Realismus in den frühen 1930er Jahren galt dies ebenso für Deutschland wie für die Sowjetunion.

Der geographische Fokus liegt auf dem östlichen Europa. Charakteristische Phänomene in einzelnen Ländern sind dabei ebenso von Interesse wie die vielfältigen transnationalen Netzwerke, in denen sich Künstler:innen, Auftraggeber:innen und Rezipient:innen bewegten.
Einen zentralen Aspekt bildet dabei die gesellschaftspolitische Wirksamkeit von Architektur und Städtebau sowie visuellen Medien.
Der chronologische Rahmen ist nicht auf die Zwischenkriegszeit beschränkt; die Impulse der künstlerischen Reformbewegungen vor dem Ersten Weltkrieg können ebenso in die Betrachtungen einbezogen werden wie die Wiederaufnahme von Konzepten und Ideen nach 1945.

Mögliche Leitfragen sind:
- Wie wurden neue ästhetische, gesellschaftliche und politische Programme, kulturelle Codes und Identitäten durch visuelle Medien geformt, adaptiert oder transformiert?
- In welchen Netzwerken bewegten sich Architekt:innen, Künstler:innen, Kritiker:innen, Mäzen:innen und Auftraggeber:innen?
- Welche Rolle spielten Ausbildungsstätten, Künstler:innenvereinigungen, Zeitschriften, Ausstellungen und Museen beim Ideentransfer?
- Wie wirkten sich Migration, Exil, Mehrsprachigkeit und transnationale Biografien auf die künstlerische und architektonische Produktion aus?
- Wie wurden Fragen von Nation, Ethnizität, Klasse, Geschlecht und Religion in Architektur und Kunst verhandelt?
- In welchem Verhältnis standen Avantgarde, Moderne, Traditionalismus und staatliche Repräsentation?

Redaktionelle Hinweise

Copernico ist ein Themen- und Transferportal zur Geschichte und zum kulturellen Erbe im östlichen Europa. Es macht fundiertes Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse auch für thematische Einsteiger zugänglich.

Wir bitten um Beitragsvorschläge, von kurzen Überblicksdarstellungen bis hin zu vertiefenden Hintergrundartikeln zu spezifischen Fragestellungen des Schwerpunktthemas. Die maximale Textlänge beträgt 12.000 Zeichen einschl. Leerzeichen. Textbeiträge wie beispielsweise die Vorstellung historischer Persönlichkeiten, die Besprechung ausgewählter historischer Quellen oder auch Objektgeschichten können auch deutlich kürzer ausfallen (4.000-6.000 Zeichen).

Beiträge ab einer Länge von 10.000 Zeichen werden mit einer DOI versehen. Darüber hinaus verfügen alle Beiträge im Portal über eine Zitierempfehlung, Permalinks und Lizenzhinweis. Sämtliche Texte werden zweisprachig, auf Deutsch und Englisch publiziert; Einreichungen sind in beiden Sprachen möglich (die jeweilige Übersetzung wird von der Copernico-Redaktion organisiert). Die Zahl der Illustrationen wird in Absprache mit den Herausgeberinnen festgelegt; benötigt wird für jeden Beitrag mindestens eine attraktive, hochaufgelöste Illustration mit Bildunterschrift und genehmigtem Bildrecht. Die eingereichten Beiträge werden im Rahmen eines internen Begutachtungsverfahrens lektoriert. Alle Autor:innen behalten die Nutzungsrechte für ihre eigenen Texte. Weitere Hinweise für Beiträger:innen, zu Illustrationen und Schlagwörtern erhalten Sie im Portal selbst sowie auf Anfrage unter copernicoherder-institut.de. Es gelten die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis.

Einsendeschluss und Termine

Bitte schicken Sie Ihr Abstract von max. 300 Wörtern mit einer kurzen Beschreibung des geplanten Beitrags bis zum 15.12.2026 an copernicoherder-institut.de. Sie erhalten im Januar 2027 eine Rückmeldung, ob Ihr Beitrag für den Themenschwerpunkt ausgewählt wurde. Einsendeschluss der finalen Beiträge ist der 30.04.2027.

Auf die Einsendungen freuen sich die Herausgeberinnen Dr. Małgorzata Jędrzejczyk, PD Dr. Beate Störtkuhl, Prof. Dr. Isabel Wünsche.

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[English version]

Networks of Modernity. Architecture, visual media, and design in Eastern Europe during the interwar period.

The online portal “Copernico. History and Cultural Heritage in Eastern Europe” (https://www.copernico.eu) is calling for submissions for its focus “Networks of Modernity. Architecture, visual media, and design in Eastern Europe during the interwar period”. It examines the circulation of artistic ideas, forms, and techniques across cultural networks and explores how personal relationships and institutional connections shaped the development and reception of artistic practices in architecture, painting, sculpture, poster art, photography, and film.

The First World War and the October Revolution profoundly transformed the social and cultural landscape of Eastern Europe. The collapse of multi-ethnic empires, the redrawing of national borders, and large-scale population movements created widespread instability, yet the emergence of new nation-states also fostered a sense of optimism. Caught between national self-determination and internationalism, social engagement and political ideology, artists developed diverse approaches to artistic practice. While some sought to establish national styles rooted in shared cultural traditions, others formed transnational networks in pursuit of radical new forms of expression in architecture, the visual arts, and design. These currents frequently intersected, giving rise to distinctive design languages that brought local identities into dialogue with avant-garde ideas.

In the 1920s, modernity became a marker of cultural and political identity in architecture and urban planning across the emerging states of Eastern Europe. A similar dynamic shaped Germany and the Soviet Union until the National Socialists seized power in Germany and Socialist Realism was proclaimed in the Soviet Union in the early 1930s.

The geographical focus is Eastern Europe. Contributions may examine developments specific to individual countries as well as the transnational networks through which artists, art commissioners, and audiences interacted and exchanged ideas. Particular attention is given to the sociopolitical impact of architecture, urban planning, and visual media.
The chronological scope extends beyond the interwar period to include the influences that shaped artistic reform movements before the First World War and the revival of these ideas and concepts after 1945.

Key questions might include:

- How were new aesthetic, social, and political programmes, cultural codes, and identities shaped, adapted, and transformed through visual media?
- What networks connected architects, artists, critics, patrons, and clients, and how did these networks facilitate the exchange of ideas?
- What roles did educational institutions, artists’ associations, journals, exhibitions, and museums play in the circulation and reception of artistic concepts?
- How did migration, exile, multilingualism, and transnational biographies influence artistic and architectural practices?
- How were questions of nationality, ethnicity, class, gender, and religion addressed in architecture and the visual arts?
- How did the avant-garde, modernism, and traditionalism interact with ideas of national identity and representation?

Formal requirements
The research, topic and transfer portal "Copernico. History and Cultural Heritage in Eastern Europe" brings history to life. It provides attractive and scientifically based information about the joint history and the shared cultural heritage in Eastern Europe.

We invite proposals for contributions in a variety of formats, ranging from concise overviews to more substantial articles exploring specific issues related to the focus topic. Texts should not exceed 12,000 characters, including spaces. Shorter contributions are also welcome, for example, profiles of historically significant figures, analyses of selected historical sources, or accounts of the history of specific objects.

Contributions of at least 10,000 characters will be assigned a DOI. All contributions published on the Copernico portal include recommended citations, permanent links (permalinks) and licensing information. All contributions are published in both German and English. Submissions may be made in either language; the Copernico editorial team will arrange the translation into the other language. The number of illustrations required will be agreed upon with the editors. However, each submission must include at least one visually appealing, high-resolution illustration, accompanied by a caption and the necessary rights clearance. All submissions are subject to the portal’s internal review procedure. Contributors retain the usage rights to their texts. Further information for contributors, including requirements for illustrations and keywords, is available on the portal’s website. Additional enquiries may be directed to copernicoherder-institut.de. All contributions must comply with the Guidelines for Good Scientific Practice.

Deadlines and Schedule

Please email your abstract (maximum 300 words) and a brief description of your proposed article to copernicoherder-institut.de by 15 December 2026. We will notify you of the outcome in January 2027. The deadline for submitting the completed article is 30 April 2027.

The editors Dr. Małgorzata Jędrzejczyk, PD Dr. Beate Störtkuhl, Prof. Dr. Isabel Wünsche are looking forward to all submissions!

Quellennachweis:
CFP: Copernico: Netzwerke der Moderne. In: ArtHist.net, 04.11.2026. Letzter Zugriff 04.11.2026. <https://arthist.net/archive/54777>.

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