Diskutierende Frauen in Potsdam. Ein Studientag zu Annemirl Bauer.
Mit der Ausstellung "Annemirl Bauer. Bruch ist in der Welt" ermöglicht DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Werk von Annemirl Bauer (1939–1989). Aus über drei Jahrzehnten ihres künstlerischen Schaffens werden rund 150 Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Objekte gezeigt. In ihren Arbeiten thematisiert Annemirl Bauer Rollenbilder und Geschlechterverhältnisse innerhalb patriarchaler Machtstrukturen, Selbstermächtigung, Zwischenmenschlichkeit, Menschenrechte, Umweltzerstörung, die Mauer, restriktive Grenzpolitik und staatliche Unterdrückung.
Im Jahr 1988, auf einer ihrer letzten Reisen nach Südeuropa, fertigte die Künstlerin Annemirl Bauer die collagierte Pinselzeichnung "Diskutierende Frauen in Arles" an. Mehrere in schwarzer Tusche gemalte Frauen stecken darauf vor einem strahlend blauen Himmel ihre Köpfe zusammen. Schwesterlich ineinander verwoben gestikulieren sie mit ihren Händen, während sie leidenschaftlich miteinander sprechen. Annemirl Bauer rahmte die Gruppe mit einer Friedenstaube, mehreren Skizzen südfranzösischer Landschaften und Ephemera ihres Aufenthalts in Arles.
Unter einer Variation dieses Bildtitels findet im Rahmen der aktuellen Retrospektive der Studientag Diskutierende Frauen in Potsdam statt. Wissenschaftler:innen geben anhand ausgewählter Werke einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Künstlerin und vermitteln aktuelle Forschungsansätze zum Schaffen der Künstlerin.
Samstag, 14. November 2026, 10:00–20:00 Uhr
Programm
10:00–10:30 Uhr Begrüßung
Anna Schneider, Direktorin, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam und Marie Gerbaulet, Kuratorin, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam
10:30–12:00 Uhr Dialogführung: Annemirl Bauer. Bruch ist in der Welt
Mit Marie Gerbaulet (Kuratorin, DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam), Ulrike Kremeier (Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst), Henrike Voigtländer (Leiterin Lernort Keibelstraße) und Prof. Dr. Kerstin Schankweiler (Technische Universität Dresden)
Ausgehend von einzelnen Werken der Ausstellung thematisiert die Dialogführung die Frauenbewegung und Annemirl Bauers Leben in der DDR sowie ihre wenigen Reisen durch Europa. Im Mittelpunkt stehen dabei die auf diesen Reisen entstandenen Collagen und die Erfahrung von Grenzen und eingeschränkter Reisefreiheit, die ihr aufgrund der restriktiven Grenzpolitik der SED viele weitere Reisepläne verwehrte.
12:00–13:30 Uhr Mittagspause: Cafébar HEDWIG
13:30–15:00 Uhr Gespräch: Arbeiten mit Künstler:inennnachlässen
Mit Amrei Bauer (Annemirl Bauer Haus, Brandenburg), Heiko Straehler-Pohl (Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg e.V., Potsdam) und Marie Winter (Carlfriedrich Claus Archiv, Kunstsammlungen Chemnitz)
Moderation: Prof. Dr. Doreen Mende (Staatliche Kunstsammlungen Dresden)
Ausgehend von Objekten aus dem Annemirl Bauer Archiv in Brandenburg stellt Amrei Bauer, Nachlassverwalterin sowie Gründerin und Kuratorin des Annemirl Bauer Hauses, das künstlerische Erbe Annemirl Bauers vor und führt im Gespräch mit Heiko Straehler-Pohl und Marie Winter in die Arbeit mit Künstler:innennachlässen ein, die von der Transformation nach 1990 geprägt wurden. Neben dem generationenübergreifenden Erinnern werden auch der konservatorische, kuratorische und kulturpolitische Umgang mit dem Œuvre von Künstler:innen besprochen. Das Gespräch wird von Prof. Dr. Doreen Mende moderiert.
15:00–16:00 Uhr Kaffeepause: Cafébar HEDWIG
16:00–17:30 Uhr Gespräch: Künstlerin und Muttersein
Mit Amrei Bauer (Annemirl Bauer Haus, Brandenburg), Prof. Dr. Jordan Troeller (Leuphana Universität Lüneburg) und Wilfriede Maaß (Künstlerin)
Moderation: Antonia Rohwetter (Leuphana Universität Lüneburg)
Amrei Bauer, Jordan Troeller und Wilfriede Maaß sprechen über Mutterschaft, Care Work und künstlerische Arbeit sowie über die Herausforderungen, die Frauen_ als Mütter und Künstlerinnen in der DDR erlebt haben und heute erleben. Das Gespräch wird von Antonia Rohwetter moderiert.
18:30–19:00 Uhr Performance
»Ich bin nicht nur zum Sattsein geboren« (Annemirl Bauer, 1984)
Eine Performance von Olga Hohmann
Musikalische Begleitung von Florian Hein
19:00–20:00 Uhr Ausklang mit Snacks & Drinks: Cafébar HEDWIG
Durch den Tag führt Marie Egger.
Die Veranstaltung wurde von Marie Egger (Freie Universität Berlin) mit Marie Gerbaulet und Diana Mammana (DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam) konzipiert.
Eintritt: 10 Euro
Treffpunkt: Foyer
Weitere Infos: Alle Veranstaltungen finden in den Ausstellungsräumen in deutscher Sprache statt. Das Ticket berechtigt zur Teilnahme an allen Veranstaltungen des Studientags. Darüberhinaus ist eine Registrierung für die einzelnen Programmpunkten zwingend notwendig. Der Ticketkauf sowie die Registrierung können online über die Website des MINSK vorgenommen werden: https://dasminsk.de/kalender/9981/studientag.
Reference:
CONF: Studientag zu Annemirl Bauer (Potsdam, 14 Nov 26). In: ArtHist.net, Oct 20, 2026 (accessed Oct 21, 2026), <https://arthist.net/archive/54694>.