Zwei Provenienzforscherinnen/Provenienzforscher (m/w/d) zur Durchführung von Erstchecks zu NS-Raubgut in Thüringer Museen.
Der Museumsverband Thüringen e. V. schreibt zum 1. Januar 2027 zwei Werkverträge für die Fortführung des zeitlich befristeten, vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste finanzierten Erstcheck-Projektes „Auf der Suche nach NS-Raubgut in 17 Thüringer Museen“ aus. Die Tätigkeiten beinhalten die Durchführung von NS-Erstchecks in 12 beteiligten Museen. Sechs davon entfallen auf jede Werkvertragsnehmerin bzw. auf jeden Werkvertragsnehmer.
Für jeden Werkvertrag steht ein Gesamtbudget in Höhe von 43.500 € (Brutto) zur Verfügung. Das Budget umfasst sämtliche im Rahmen der Leistungserbringung anfallenden Kosten und Nebenkosten, insbesondere Personal-, Sach- und Reisekosten.
LAUFZEIT:
Die Projektlaufzeit umfasst einen Zeitraum von 15 Monaten: Sie beginnt am 1. Januar 2027 und endet am 31. März 2028.
TÄTIGKEITSFELD:
Der Erstcheck ist eine Methode, um in Sammlungen feststellen zu können, ob ein Verdacht auf NSverfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter vorliegt. Damit soll der Bedarf an tiefergehender, langfristiger Provenienzforschung ermittelt oder ausgeschlossen werden. Im Erstcheck werden meist mehrere Einrichtungen untersucht. Es handelt sich dabei um kleine bis mittelgroße Museen, deren finanzielle, zeitliche und personelle Kapazitäten eigene Provenienzforschung nicht gewährleisten können. Die Sammlungsbestände von 12 für den Erstcheck ausgewählten Museen sollen im Hinblick auf einen nationalsozialistischen Unrechtskontext untersucht werden.
IHRE AUFGABEN:
- kurze mehrtägige Forschungsaufenthalte in den betreffenden Museen zur Durchsicht der
Sammlungsdokumentation und des Hausarchivs sowie zur Erfassung der Verdachtsmomente auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut samt Objektautopsien mit Erfassung von
Provenienzmerkmalen
- Recherchen von und zu Vorbesitzern in Archivbeständen, Bibliotheken, Museen sowie
fachbezogenen Datenbanken; ggf. Archivanfragen und -besuche
- vollständige Dokumentation der recherchierten Vorgänge und Ergebnisse mit Belegnachweisen in je einem wissenschaftlichen Einzelbericht für die betreffenden Museen sowie Anfertigung einer Statistik nach Vorlage der Praxis-Handreichung für Erstchecks (Saskia Johann, Annette MüllerSpreitz, Alexander Sachse: Erstcheck Provenienzforschung, hrsg. vom Museumsverband des Landes Brandenburg, Museumsverband Hessen und Museumsverband Sachsen-Anhalt, Bernburg 2024)
- Unterstützung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des MVT
- öffentliche Präsentation der Forschungsergebnisse im Rahmen einer Abschlussveranstaltung,
Mitwirkung an deren inhaltlicher Vorbereitung
- Ausübung der Tätigkeiten in enger Abstimmung mit der Koordinierungsstelle Provenienzforschung beim MVT, Dr. Conny Dietrich
IHRE FACHLICHEN VORAUSSETZUNGEN:
- abgeschlossenes Hochschulstudium mit einschlägigen Fachkenntnissen (z. B. Geschichte,
Kunstgeschichte, Provenienzforschung) oder vergleichbare Qualifikation
- einschlägige Berufserfahrung in der Provenienzforschung; von Vorteil/erwünscht sind
nachweisbare Erfahrungen im Bereich von DZK geförderten Erstcheck-Projekten
- Vertrautheit mit der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, insbesondere der Zeit des
Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit
- Erfahrungen in der Archivarbeit, beim Lesen historischer Handschriften sowie in der
quellenkritischen Auswertung von Archivmaterial und Sammlungsdokumentationen
- Erfahrungen im Umgang mit Museumsobjekten
- sehr gutes sprachliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
PERSÖNLICHE VORAUSSETZUNGEN:
- ein hohes Maß an Sensibilität und Professionalität gegenüber den beteiligten Museen und ihren Trägern sowie in der Öffentlichkeit
- Engagement, eigenverantwortliche, strukturierte Arbeitsweise, Organisationsgeschick und eine
ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
- sicherer Umgang mit gängigen Office-Anwendungen (Standardsoftware wie Excel) und
einschlägigen Datenbanken
- Bereitschaft zur Reisetätigkeit innerhalb von Thüringen (Führerschein Klasse B / eigener PKW ist Voraussetzung / nicht alle Museen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen)
HINWEISE ZUR STELLENAUSSCHREIBUNG:
Vielfalt ist uns wichtig, daher begrüßen wir Bewerbungen von Personen jeglichen Geschlechts, unabhängig des Alters, des Glaubens, der kulturellen und sozialen Herkunft oder der sexuellen Identität. Menschen mit Behinderung werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
BEWERBUNG:
Senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 2. November 2026 in Form einer PDF
an infomuseumsverband-thueringen.de. Bitte achten Sie darauf, dass die Größe der Datei nicht mehr als 4 MB beträgt.
Bei Fragen zum Projekt wenden Sie sich gerne an die Koordinierungsstelle Provenienzforschung des MVT, Frau Dr. Conny Dietrich (Tel.: +49 361 21956979, dietrichmuseumsverband-thueringen.de).
Nach Abschluss des Verfahrens werden die Unterlagen nicht berücksichtigter Bewerberinnen und Bewerber vernichtet. Bewerbungskosten werden nicht erstattet.
Mit der Übersendung Ihrer Bewerbung willigen Sie in die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten in den Systemen des Museumsverbandes Thüringen e. V. ein. Ein Widerruf dieser Einwilligung ist jederzeit möglich.
Quellennachweis:
JOB: Werkvertrag, Provenienzforschung, Thüringen. In: ArtHist.net, 13.10.2026. Letzter Zugriff 14.10.2026. <https://arthist.net/archive/54611>.