CFP 03.10.2026

Ekphrasis, Kunst Rhetorik: Johannes Tzetzes in der Kunst der Frühen Neuzeit

Eingabeschluss : 02.11.2026

Jesús Munoz Morcillo

[english version below]

Die Schriftenreihe „Ekphrasis, Kunst, Rhetorik – Neue Perspektiven“ (De Gruyter), herausgegeben von Jesús Muñoz Morcillo und Oliver Jehle, widmet einen Band der Rezeption des byzantinischen Autors Johannes Tzetzes (1110–1180) in der Kunst der Frühen Neuzeit.

Unter italienischen Gelehrten galt Tzetzes als Geheimtipp, wenn es darum ging, besonderes Wissen über die Antike zu erlangen. Tzetzes inszenierte sich selbst als eine „atmende Bibliothek“: Er war ein äußerst gebildeter Polygraph, der nicht nur damit prahlte, ein unfehlbares Gedächtnis zu haben, sondern sogar behauptete, die Autoritäten der griechischen Literatur korrigieren zu können. Bekannt bis in die letzten Ecken Europas waren unter anderem seine Scholien zu Hesiod und sein Kommentar zu Lykophron. Außerdem war er ein begabter Kommunikator, was sich in seinen didaktischen Gedichten, den "Historiai" (auch bekannt als „Chiliades“), widerspiegelt.

Für den Sammelband und einen vorbereitenden Autorenworkshop werden Beiträge gesucht, die sich mit der Rezeption von Tzetzes’ Werk im frühneuzeitlichen Europa auseinandersetzen, sei es in der Kunst oder in kunsttheoretischen Diskursen. Im Vordergrund stehen dabei seine beschreibenden Texte als Inspiration oder als zusätzliche Quellen für die Gestaltung von Bildprogrammen. Dennoch sind auch weitere Beiträge willkommen, sofern sie sich mit ästhetischen oder kunsttheoretischen Inhalten befassen, sei es in der Kunstliteratur oder in ausgewählten literarischen Werken der Frühen Neuzeit.

Interessierte Autorinnen und Autoren senden bitte (auf Deutsch oder Englisch) einen Arbeitstitel, ein kurzes Abstract (max. 300 Wörter) und eine Kurzvita (max. 100 Wörter) bis zum 02.11.2026 an jesusmunozmorcillokit.edu.

Die ausgewählten Autorinnen und Autoren werden bis zum 16. November 2026 über die weiteren Schritte informiert.

---
John Tzetzes in Early Modern Art (German above)

The series “Ekphrasis, Art, Rhetoric—New Perspectives” (De Gruyter), edited by Jesús Muñoz Morcillo and Oliver Jehle, devotes a volume to the reception of the Byzantine author John Tzetzes (1110–1180) in early modern art.

Among Italian scholars, Tzetzes was considered an insider’s tip for acquiring specialized knowledge about antiquity. Tzetzes presented himself as a “breathing library”: an extremely erudite polymath who not only boasted of an infallible memory but also claimed he could correct the authorities of Greek literature. His scholia on Hesiod and his commentary on Lycophron, among other works, were known even in the remotest corners of Europe. He was also a gifted communicator, as evidenced by his didactic poems, the "Historiai" (also known as “Chiliades”).

For the edited volume and a preparatory authors’ workshop, we are seeking contributions that examine the reception of Tzetzes’ work in early modern Europe, whether in art or in art-theoretical discourses. The focus is on his descriptive texts as sources of inspiration or as additional sources for creating pictorial programs. However, other contributions are also welcome, provided they address aesthetic or art-theoretical content, whether in art literature or in selected literary works from Early Modernity.

Interested authors should submit (in English or German) a working title, a short abstract (max. 300 words), and a brief biography (max. 100 words) by November 2, 2026, to jesusmunozmorcillokit.edu.

Selected authors will be notified of the next steps by November 16, 2026.

Quellennachweis:
CFP: Ekphrasis, Kunst Rhetorik: Johannes Tzetzes in der Kunst der Frühen Neuzeit. In: ArtHist.net, 03.10.2026. Letzter Zugriff 04.10.2026. <https://arthist.net/archive/54527>.

^