CONF 02.06.2026

Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls (Dortmund, 11 Jun 26)

Museum Ostwall im Dortmunder U, 11.06.2026

Michael Griff, Museum Ostwall im Dortmunder U

Internationales Symposium. "Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls" anlässlich der Ausstellung „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“ im Museum Ostwall (27.03.–26.07.2026) findet am 11. Juni 2026 von 10-17 Uhr das internationale Symposium „Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls“ statt.

Ebenso wie die Ausstellung widmet sich das Symposium den vielfältigen Formen des Umgangs mit Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst. Insbesondere seit den späten 1950er Jahren lässt sich, so argumentiert die Kunsthistorikerin Amanda Boetzkes, ein Trend beobachten: Künstler:innen machen Müll sichtbar und stellen ihn aus, zum einen durch seine Darstellung in Gemälden und Grafiken sowie später auch in Filmen oder Fotografien, zum anderen durch die Nutzung von Müll als künstlerischem Material. Besonders in der zeitgenössischen Kunst entsteht eine Ästhetik des Mülls, die ein Spannungsfeld aufzeigt: Die Ästhetik und Materialität des Mülls regt uns einerseits zum Denken über dessen scheinbare Unsichtbarkeit und die globale Vermüllung an, ist andererseits aber selbst Sinnbild dieser Probleme, die durch den Überkonsum im Kapitalismus entstehen.

Globale Verflechtungen, koloniale Kontinuitäten und Unsichtbarkeit
Insbesondere die ökologischen und sozialen Folgen der Müllproduktion werden seit den 1950er Jahren von Künstler:innen in den Blick genommen und bilden den Ausgangspunkt für Ausstellung und Symposium. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den globalen Zusammenhängen hinter Müllproduktion und Müllhandel. Obwohl der sogenannte Globale Norden Unmengen an individuellem Müll und Industriemüll erzeugt, landet ein Großteil häufig im Globalen Süden. Dort wird Müll neu genutzt, weiterverarbeitet oder auch einfach nur abgeladen. Zugleich entzieht sich Müll am Ort seiner Erzeugung – ebenso wie seine weitere Reise – der öffentlichen Wahrnehmung. Koloniale Kontinuitäten spielen auch in den Wegen des Mülls eine zentrale Rolle.

Mit dem Symposium versammelt das Museum Ostwall aktuelle Forschungsergebnisse zu Müll in der modernen und zeitgenössischen Kunst.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an anmeldungen_mostadtdo.de.

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PROGRAMM
Moderation: Prasanna Oommen

09:00–10:00 Uhr
Ankommen, Registrierung sowie Kaffee, Tee und kleine Snacks im Foyer des Dortmunder U

10:00 Uhr – Begrüßung
Regina Selter, Direktorin des Museum Ostwall im Dortmunder U
Christina Danick und Michael Griff (Kurator:innen der Ausstellung „Müll“), kurze inhaltliche Einführung

10:15–11:00 Uhr
- Prof. Amanda Boetzkes – Department of Art History and Theory – University of Guelph
Counterstrike. In Defense of Waste and Other Stains of Existence

11:00–12:30 Uhr – Panel I: Müll und Aktivismus in der Globalen Kunst, 1960 – 1980

- Dr. Maja Fowkes & Dr. Reuben Fowkes – University College London
Ecologies of the Eastern Plastisphere

- Dr. Gillian Sneed – San Diego State University
Refuse and Resistance: Latin American Women Artists
and the Aesthetics of Waste, 1966-1991

- Prof. Dr. Michael Diers – Humboldt-Universität zu Berlin
"Der Müll, die Stadt und der Tod". Über eine Fotografie von Barbara Klemm

Anschließende Diskussion mit Moderatorin

12:30–13:30 Uhr – Mittagspause

13:30–14:10 Uhr – Künstlerische Lecture-Performance
Susi Gutsche – TRACEWASTE

14:10–15:30 Uhr – Panel II: Müll in der zeitgenössischen Kunst

- Dr. Shuchen Wang – CEAS Turku University
Rubbish Modernity in Chines Contemporary Art

- Dr. Nora Bergbreiter – Karlsruher Institut für Technologie
Kein Gold, kein Silber: Vom Elektroschrott zu seinen materiellen Bedingungen

- Dr. Sarah Hegenbart – Lehrstuhl für Theorie und Geschichte von Architektur, Kunst und Design, Technische Universität München
Textilien als Müll oder kommunikative Akte der Subversion? Zu einer transkulturellen Perspektive auf Abfall in der zeitgenössischen Kunst

Anschließende Diskussion mit Moderatorin

15:30–15:50 Uhr – Kaffeepause

15:50–16:30 Uhr – Künstlerische Lecture-Performance - Anna Zett

16:30 Uhr – Zusammenfassung und Abschluss

Ausklang mit möglichem Ausstellungsbesuch

Quellennachweis:
CONF: Müll. Kunst und die globalen Wege des Abfalls (Dortmund, 11 Jun 26). In: ArtHist.net, 02.06.2026. Letzter Zugriff 02.06.2026. <https://arthist.net/archive/52609>.

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