Aufschlagen, Weiterdenken.
Künstler*innenpublikationen erforschen: Zugänge zwischen Objekt, Theorie, Geschichte und ästhetischer Praxis.
Im Mittelpunkt der Tagung des Forschungsverbundes Künstlerpublikationen stehen ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Bremer Zentrums für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst und der Forschungsstelle Osteuropa. Ausgehend von diesem reichen, zum Teil wenig bekannten Materialfundus bringt sie kunstwissenschaftliche Forschung und praxisästhetische Reflexion in einen Dialog. Welche Erfahrungen ermöglichen Künstlerinnenpublikationen beim Aufschlagen, Durchblättern und Weiterdenken? Welches Wissen bringen sie hervor und welche Handlungen regen sie an? Spätestens seit den 1960er Jahren haben Künstlerinnenpublikationen jenseits kommerzieller Verlage alternative Räume für die Kunst geschaffen und neue Zugänge zu ihr eröffnet. Die Tagung untersucht, wie diese Zugänge durch sichtbare und unsichtbare Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen geprägt werden und sich im Kontext gesellschaftlicher und technologischer Transformationen wandeln. Die Veranstaltung findet hybrid statt. Ausgewählte Objekte werden vor Ort präsentiert.
Konzept und Organisation:
Dr. Anne-Grit Becker in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ursula Frohne, Prof. Heike Kati Barath und Prof. Katrin von Maltzahn
Anmeldung unter anne-grit.becker@uni-siegen.de
Beteiligte Institutionen:
Forschungsverbund Künstlerpublikationen in Kooperation mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Hochschule für Künste Bremen, der Universität Siegen und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ (Universität Münster)
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Programm
Auditorium der Hochschule für Künste Bremen
Am Speicher XI 8
28217 Bremen
10:15
Anne Thurmann-Jajes (Zentrum für Künstlerpublikationen,
Weserburg Museum für moderne Kunst)
Begrüßung
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)
Einführung
Session I: Alternative Kommunikationsräume
10:30
Sabine Hänsgen (Bochum)
Die Dokumentationsbände der Gruppe Kollektive Aktionen:
Vom Samizdat zum World Wide Web
11:00
Constanze Fritzsch (Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut)
Transgression und Subversion. Suche nach einer neuen Sprache in „Schaden“
11:30
Pause
Session II: Information, Algorithmus, Kritik
11:50
Michael Rottmann (Hochschule Düsseldorf)
Produktion, Information, Revision. Zu den (Dys-)Funktionen des Mediums Künstler*innenbuch in der US-amerikanischen Konzeptkunst um 1970 am Beispiel von Sol LeWitts „The Location of Eight Points“ (1974)
12:20
Regine Ehleiter (Universität Witten / Herdecke)
Alle Wege, kein Ziel: Zur Kritik algorithmischer Logik im Künstlerbuch „100 this-way-brouwn-problems for computer I.B.M. 360 model 95“ (1970) von stanley brouwn
12:50
Eleonora Minna (Kolleg-Forschungsgruppe / Universität Münster und eCampus University, Novedrate)
Transparency matters. „The Chocolate Master“ (1982) by Hans Haacke
13:20
Sichtung der ausgestellten Publikationen | Mittagspause
Session III: Zwischen Institution und Unabhängigkeit.
Zeitgenössische Künstler*innenpublikationen
14:30
Francesca Valentini (Ecole Supérieure des Arts de l’image LE 75, Brüssel)
Venice after Representation: Ignasi Aballí’s „Venecia“ and the Artist’s Publication as Critical Device
15:00
Heike Kati Barath und Katrin von Maltzahn (Hochschule für Künste Bremen)
Artists as Independent Publishers (mit Preview)
16:00
Pause
16:20
Keynote: Vom Objekt zur Intervention
Ursula Frohne (Kolleg-Forschungsgruppe / Universität Münster)
Überschreibungen: Schrift und Stimme als Reartikulation bei Timm Ulrichs und Pipilotti Rist
17:15
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)
Abschlussbemerkungen
17:30
Ende
Quellennachweis:
CONF: Aufschlagen, Weiterdenken (Bremen, 5 Jun 26). In: ArtHist.net, 31.05.2026. Letzter Zugriff 01.06.2026. <https://arthist.net/archive/52600>.