Studientag Turin – Die Erfindung der Hauptstadt
Fr., 05.11.2010
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Mit der Entscheidung Herzog Emanuele Filibertos von Savoyen die Hauptstadt
seiner Besitzungen 1563 nach Turin zu verlegen, begann für die bis dahin
vergleichsweise unbedeutende Provinzstadt der Aufstieg zu einer der
führenden Barockmetropolen Europas. Konzeptionell handelt es sich um einen
entscheidenden Wendepunkt der europäischen Stadtbaugeschichte: Waren es
bisher kleine, oft abseits gelegene Idealstädte gewesen, die dem Fürsten
als Ausweis guter Regierung dienten, so setzte der Ausbau Turins
gestalterisch und politisch neue Maßstäbe.
In der neuen Residenzstadt wurden von den Herzögen und späteren Königen im
17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Baumaßnahmen durchgeführt, die in
Gestalt der Einzelbauten und den daraus resultierenden städtebaulichen
Ensembles das Gesicht der Stadt bis heute maßgeblich prägen. Als
Ausgangspunkt für die planmäßig vorgenommenen Stadterweiterungen diente
das weitgehend erhaltene rechtwinklige Straßenraster des römischen
Castrums, wodurch die zona di comando an der Piazza Castello zum
tatsächlichen Mittelpunkt der Residenzstadt ausgebaut wurde. Als Kernpunkt
der zahlreichen Baumaßnahmen entstand dort eine Kombination von
Herrscherpalast, Kathedrale und Staatsreliquienkapelle, die sinnfällig zu
einer Einheit verschmolzen und deren Entstehungsgeschichte im Detail
vielfach noch ungeklärt ist.
Anlässlich des Fundes von Zeichnungen zur Stadtplanung von Turin im 17.
und 18. Jahrhundert soll im Rahmen des Studientages verschiedenen
Einzelaspekten der städtischen Entwicklung der Residenzstadt nachgegangen
werden.
PROGRAMM
Freitag, 05.November 2010
9:00
Stephan ALBRECHT (Bamberg)
Einführung
9:15
Ingo HERKLOTZ (Marburg)
Die Santa Sindone zwischen Verehrung und Authentisierung (1578-1627).
10:00
Stephan HOPPE (München)
Festungsbau und Städtebau in frühen deutschen Zeichnungen und Plänen.
10:45
Kaffeepause
11:15
Thomas WILKE (Stuttgart)
Die „Zona di Comando“ in Turin. Ausbaupläne für die Residenz der Herzöge
von Savoyen.
12:00
Stephan ALBRECHT (Bamberg)
Das Grabtuch im Zentrum des Reiches. Umbaupläne des Turiner Domes um 1600.
12:45
Mittagsimbiss
14:30
Elisabeth WÜNSCHE-WERDEHAUSEN (München)
Savoyische Frauenmacht: Politik und Kunst unter den Regentinnen Maria
Christina (1637-63) und Maria Giovanna Battista (1675-84).
15:15
Cristina RUGGERO (Rom)
Turin: Festkultur und ephemere Architektur als Bestandteil des sich
verändernden Stadtbildes.
16:00
Kaffeepause
16:30
Elisabeth KIEVEN (Rom)
Rom als Modell.
17:15
Cornelia JÖCHNER (Florenz)
Der Platz als Teilhabe? Fassadenkunst und öffentlicher Raum in Turin.
18:00
Abschlussdiskussion
Veranstaltungsort:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl I für Kunstgeschichte
Hörsaal 201
Am Kranen 10
96047 Bamberg
www.uni-bamberg.de/kunstgesch1/
Der Studientag ist kostenlos.
Es ist keine Anmeldung erforderlich
Organisation:
Prof. Dr. Stephan Albrecht
Thomas Wilke M.A.
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl I für Kunstgeschichte
Kontakt:
Prof. Dr. Stephan Albrecht
sylvia.aumueller(at)uni-bamberg.de
Thomas Wilke M.A.
thomas.wilke(at)uni-bamberg.de
Quellennachweis:
CONF: Turin - Die Erfindung der Hauptstadt (Bamberg, 5 Nov 10). In: ArtHist.net, 09.10.2010. Letzter Zugriff 16.10.2026. <https://arthist.net/archive/33097>.