CFP 03.06.2010

Geschichte der Staatl. Kunstsammlungen Dresden (Dresden Oct 10)

Kolb, Karin -SKD

Wissenschaftliches Kolloquium
zum Forschungsstand der Geschichte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

21.-22. Oktober 2010, Residenzschloss Dresden

Call for Papers

Im Jahr 2010 werden die Kunstsammlungen Dresden, eine der ältesten,
wichtigsten und differenziertesten Sammlungen in Europa, 450 Jahre
alt. Dieses Jubiläum bildet den Anlass, 450 Jahre Sammeln, Bewahren,
Erforschen und Präsentieren von Kunst in Dresden zu reflektieren,
Entwicklungslinien, Konstanten und Veränderungen herauszuarbeiten,
dabei aber auch aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu
thematisieren. Das wissenschaftliche Kolloquium bietet die Gelegenheit
zu einer Bestandsaufnahme des Forschungsstandes zur Geschichte und den
Beständen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und widmet sich vier
größeren Themenbereichen:

I. Die Rolle des Sammlers

II. Politische Funktionen der Sammlungen

III. Kunst und Wissenschaft / Wissenschaftliche Erschließung

IV. Räume / Präsentation / Öffentlichkeit / Vermittlung

Die erste Sektion soll "den Sammler" als Person und Institution
beleuchten. Über 300 Jahre bestimmten die sächsischen Kurfürsten und
Könige die Geschicke und Entwicklung der Kollektionen. Die
Kunstsammlungen waren Teil der fürstlichen Repräsentation und
fungierten als politisches und diplomatisches Instrument. Ihr
Erscheinungsbild wurde erheblich von den individuellen Neigungen der
fürstlichen Sammler geprägt. Mit der "Verstaatlichung" der Sammlungen
- ein Prozess, der sukzessive bereits im 19. Jahrhundert einsetzte und
1918 zu seinem formalen Abschluss kam - übernahmen die
Museumsdirektoren und Konservatoren die prägende Rolle. Auch privates
Mäzenatentum sowie bürgerliches Engagement in Form von Schenkungen und
Stiftungen formte das Bild der Museen seit dem späten 19. Jahrhundert
mit.

Die Einrichtung einer Sammlung bildete durch ihren zumindest partiell
öffentlichen Charakter ein zeichenhaftes politisches Instrument, das
im Dienst von Fürsten und von politischen Systemen stand - und steht.
Die Brisanz dieser Thematik wird besonders in der Geschichte vom
Gebrauch und Missbrauch der Dresdner Sammlungen für die Politik
deutlich. Diese zweite Sektion soll aber auch Beiträge zur aktuellen
Situation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beinhalten sowie die
Bedeutung und Aufgaben der Sammlungen heute diskutieren.

Der Fokus der dritten Sektion soll auf der wissenschaftlichen
Bearbeitung der Bestände liegen. Diese Forschungsleistungen bilden,
neben der Konservierung und Präsentation, nicht nur einen wesentlichen
Teil der Museumsarbeit, sondern sind ihre Voraussetzung. Ohne sie
könnte keine sinnvolle, erkenntnisbringende Präsentation der Stücke
erfolgen, keine verantwortungsvolle Erhaltung und Restaurierung
durchgeführt und keine Wissensvermittlung geleistet werden.
Die Instrumente zur Organisation einer Sammlung wie Inventare und
Kataloge stellen für den Wissenschaftler eine ergiebige Fundgrube dar,
erhellen sie doch den Wandel, dem einzelne Sammlungen unterlagen und
ermöglichen - oft als einzige Quellen -Querschnittsbetrachtungen der
jeweiligen Museen. In erheblichem Maß wurden die Sammlungen durch die
Personen geprägt, die mit den Objekten arbeiteten und oft mit enormem
Engagement und in schwierigen Situationen der Sammlung dienten.

Im Mittelpunkt der vierten Sektion werden die Sammlungs- und
Präsentationsräume stehen. Die einzelnen Kollektionen, die heute in
den zwölf Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
zusammengefasst sind, waren in verschiedenen Gebäuden untergebracht:
Dazu zählen Prachtbauten wie das Residenzschloss, der Zwinger oder das
Schloss Pillnitz ebenso wie Interimsorte, z.B. das Regimentshaus, oder
Notunterkünfte bzw. Auslagerungsorte während kriegerischer
Auseinandersetzungen.
Die museale Präsentation spiegelt auch unterschiedliche museologische
und didaktische Überlegungen wider, die ihrerseits die Rolle der
einzelnen Teilsammlungen beleuchten. Ein zentraler Punkt dieser
Sektion wird daher auch das Thema Öffentlichkeit sein: Waren die
Objekte anfangs nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich, so
bilden die Museen heute als touristischer Anziehungspunkt einen
bedeutenden Wirtschaftsfaktor für den Freistaat Sachsen. Die Analyse
der Quantität und Qualität von Besucherströmen ermöglicht zudem
Erkenntnisse bezüglich der Objektpräsentation und der
museumspädagogischen Konzepte in verschiedenen Epochen.

Alle vier Sektionen werden durch Impulsreferate der Sektionsleiter
eingeleitet. Pro Sektion sind dann vier 20-minütige Beiträge geplant,
in denen aktuelle Forschungen zur Diskussion gestellt werden soll. Der
Werkstattcharakter der Veranstaltung kann und soll auch dadurch zum
Ausdruck kommen, dass nicht nur neue abgeschlossene
Forschungsergebnisse präsentiert, sondern durchaus auch Einblicke in
noch laufende Forschungen gegeben werden. Nach jeweils zwei Beiträgen
findet eine erste Diskussionsrunde statt, deren Ergebnisse am Ende der
Sektion in ein Kurzstatement oder eine These sowie eine
Abschlussdiskussion münden soll.

Interessierte aller Disziplinen, Mitarbeiter von Museen ebenso wie
Universitätsangehörige und freie Forscher, sind herzlich aufgefordert,
ihr Exposé von max. 1 Seite Länge mit Bezug auf die gewünschte Sektion
sowie einen kurzen Lebenslauf mit Stichworten zu den
Forschungsinteressen einzusenden. Die Auswahl der Vorschläge nehmen in
gemeinsamer Sitzung die Sektionsleiter/innen und die Organisatoren vor.

Einsendeschluss für Exposés ist der 16. Juli 2010.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Generaldirektion
Dr. Karin Kolb
Residenzschloss
Am Taschenberg 2
01067 Dresden
Karin.Kolbskd.museum
www.skd.museum

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Quellennachweis:
CFP: Geschichte der Staatl. Kunstsammlungen Dresden (Dresden Oct 10). In: ArtHist.net, 03.06.2010. Letzter Zugriff 21.10.2026. <https://arthist.net/archive/32762>.

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