CONF 26.09.2018

Fruhtrunk ausstellen - aber wie? (Bochum, 11-12 Oct 2018)

Ruhr-Universität Bochum, 11.–12.10.2018
Anmeldeschluss: 05.10.2018

Jun.-Prof. Dr. Stephanie Marchal

Zwischen Aktion und Reflexion: Günter Fruhtrunk im Ausstellungslabor des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum

Fruhtrunk ausstellen - aber wie?

Die Arbeiten Günter Fruhtrunks, der 1968 an der documenta IV teilnahm, architekturgebundene Werke – darunter das Farbleitsystem der Ruhr- Universität – (mit)entwickelte, den Entwurf für die Aldi-Tüte lieferte und den Quiet Room des Sicherheitsrates im UNO-Hauptquartier gestaltete, waren fester Bestandteil der Kunstwelt der BRD der 1960er und 70er Jahre. In der Nachkriegszeit versprachen sie aufgrund ihrer Ungegenständlichkeit und den in der Kunstgeschichte und -kritik rein um die Ästhetik geführten Debatten über die Bedingungen des Sehens eine Kunst, die als „Weltsprache“ international verständlich sei. Die Bilder forderten die Betrachter physisch heraus, indem sie mit ihren charakteristischen Streifen in Schwarz und grellen Signalfarben das Sehen strapazierten. Seit den 1980er Jahren jedoch, als die „Neuen Wilden“ mit ihrer „heftigen Malerei“ mit expressivem Duktus gegen die geometrische Abstraktion und Minimal Art anzumalen begannen, scheinen die strengen Kompositionen an Interesse verloren zu haben. Erst in jüngster Zeit fanden wieder monographische Ausstellungen statt, während das Oeuvre Fruhtrunks mittlerweile mit zwei Werkverzeichnissen erschlossen wurde.

Im Rahmen eines mit Mitteln des Universitätsprogramms Forschendes Lernen geförderten Seminars entwickeln Master-Studierenden der RUB ein Ausstellungskonzept, um die in den Kunstsammlungen der RUB vorhandenen Arbeiten Fruhtrunks (kunst)historisch, politisch und wirtschaftlich zu kontextualisieren. Anstatt sich Max Imdahls in den 1970er Jahren in Bochum vertretener Lesart der Arbeiten als Herausforderung des „Widerstand[s] des Selbst“ durch die Herausforderung der intellektuellen und optischen Perzeption zu widmen, sollen Kontexte erschlossen werden, die bisher kaum oder gar nicht thematisiert worden sind. Dabei soll auch reflektiert werden, wie Wissensproduktion im Museum gestaltet und wie Forschung im Format Ausstellung generiert und visualisiert werden kann.

Der zweitägige Workshop vom 11. bis 12. Oktober 2018 (Do–Fr) bietet die Chance, das Ausstellungskonzept der Studierenden öffentlich zu präsentieren und an einem Round Table mit ReferentInnen aus der Forschung und der kuratorischen Praxis kritisch zu diskutieren. Die konkrete Planung der Ausstellung soll im Wintersemester umgesetzt und die Ausstellung am 15. Januar 2019 im KUBUS der Situation Kunst eröffnet werden.

Donnerstag, 11.10.2018, Situation Kunst I

14-16 Begehung des Ausstellungsraumes und Präsentation des Ausstellungskonzept seitens der Masterstudierenden des Kunsthistorischen Instituts der Ruhr-Universität

16:15 Friedemann Malsch, Kunstmuseums Liechtenstein: Impulsvortrag

18:00 Sabine Buchmann, Brüssel: Frunktrunk an der Münchner Kunstakademie

Freitag, 12.10.2018, Blue Square

9:30 Benjamin Meyer-Krahmer, HGB Leipzig: Impulsvortrag

10:30 Britta Hochkirchen, Universität Bielefeld: Praktiken des Vergleichens in Ausstellungen ungegenständlicher Kunst

Pause

12:00 Richard Hoppe-Saile, Ruhr-Universität Bochum: Argument und Dekor. Zu Problemen des Ausstellens ungegenständlicher Kunst

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen nehmen wir bis zum 5. Oktober entgegen. Dafür senden Sie bitte eine Mail an: Anna.Schrepperrub.de

Quellennachweis:
CONF: Fruhtrunk ausstellen - aber wie? (Bochum, 11-12 Oct 2018). In: ArtHist.net, 26.09.2018. Letzter Zugriff 26.10.2026. <https://arthist.net/archive/19040>.

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