Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten von 1945 bis heute: Ästhetik, Ikonografien, Funktionen, Kontroversen.
Das Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte hält mit Beiträgen aus Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Gedenkstättenpädagogik kritische Rückschau auf die 80-jährige Geschichte der Setzung von und des Umgangs mit künstlerisch gestalteten Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten.
Seit ihrer Befreiung 1945 wurden in zahlreichen ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern künstlerisch gestaltete Erinnerungszeichen geschaffen. Ehemalige Häftlinge waren die ersten, die Sammlungen von in den Lagern entstandenen künstlerischen Artefakten anlegten und provisorische Denkmale errichteten, noch bevor die ersten Gedenkstätten entstanden. Stand am Beginn die Notwendigkeit, das Totengedenken durch eine würdige Gestaltung der Massengräber und die Schaffung von (jüdischen und christlichen) Grabdenkmalen zu ermöglichen, so stellte sich bald auch die Frage nach Formen und Sinngebungen von an die Lebenden gerichteten Denkmalen. Heute existiert auf den ehemaligen Lagergeländen bzw. in den Gedenkstätten eine große Anzahl von skulpturalen bzw. architektonischen, teils monumentalen Erinnerungszeichen. Neben Denkmalen im engeren Sinne gehören dazu auch zahlreiche Kunstwerke und Installationen im Innenraum, persönliche Gedenktafeln, ephemere Interventionen wie künstlerische Workshops etc. In vielen Fällen war ihre Entstehung von heftigen Kontroversen über ästhetische und politische Fragen begleitet.
Es laden herzlich ein:
Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
Verena Krieger, Professorin für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Wissenschaftliche Leitung)
Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Professorin für Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Projektleitung)
Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis zum 30. September 2026 über die Homepage des Max Mannheimer Hauses an:
https://www.mmsz-dachau.de/studienprogramme/dachauer-symposium/
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PROGRAMM
Freitag, 16. Oktober 2026
13.00 - 13.15 Uhr
Begrüßung
Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
Sybille Steinbacher, Projektleiterin der Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte
13.15 - 13.45 Uhr
Einführung
Verena Krieger (Jena)
Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten –
ästhetisch-politische Problemstellungen und Konfliktlinien
13.45 – 16.00 Uhr
Im Kalten Krieg
Sarah Grandke (Heidelberg)
Vom heute vergessenen Kalten Krieg in Flossenbürg:
Die nationalen Buntglasfenster in der Kapelle „Jesus im Kerker“ (1947-1955)
Daniel Schuch (Jena)
Verteidigung der Schlichtheit: Ein verhindertes Denkmal in Bergen-Belsen und die Gestaltung des Gedenkorts im Kalten Krieg
Ulrike Löffler (Chemnitz)
Gedenken und Streiten. Erinnerungszeichen und Denkmalsdebatten in der bundesdeutschen Gedenkstättenarbeit der 1980er Jahre
16.15 – 18.30 Uhr
Transformationen vor/nach 1990
Lea Furbach (Kassel)
Zwischen Tatort, Staatsnarrativ und dem Danach:
Die Gedenkstätte von Jasenovac als Grenzobjekt der Erinnerung
Aliena Stürzer (Ravensbrück-Fürstenberg)
Verdichtete Erinnerung. Kunst, Nation und Geschlecht in den Ländergedenkräumen im ehemaligen Zellenbau Ravensbrück (1959 – 1984 – heute)
Victoria Engel (Köln)
Monumentalisierte Leerstelle.
Zur Ästhetik des Gedenkens in der Risiera di San Sabba
18.30 Uhr
Abendessen und Gespräche
Samstag, 17. Oktober 2026
8.30 - 10.00 Uhr
Häftlings-Ikonografien
Mareike Otters (Sachsenhausen / Siegen)
Antifaschistische Helden in Glas, Stein und Bronze.
Visuelle Politiken in den Kunstwerken der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen
Ella Falldorf (Jena), Kobi Kabalek (Pennsylvania)
Haut und Knochen: Zur visuellen Repräsentation von Häftlings-Körpern in KZ Gedenkstätten
10.15 Uhr - 12.30 Uhr
Aktuelle Herausforderungen
Alexandra Köhring, Franciska Thiele (Hamburg)
Beyond Borders? Künstlerische Gedenkzeichen und transnationales Gedenken in der KZ Gedenkstätte Neuengamme
Dirk Riedel (Dachau)
Vermächtnis – Leerstelle – Projektionsfläche.
Der Umgang mit dem „Internationalen Mahnmal“ in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Christian Fuhrmeister (München)
Wie Erinnerungs- und Gedenkzeichen kuratieren?
Herausforderungen und Lösungen in Dachau
12.30 Uhr
Tagungsende mit dem Mittagessen
Kontakt
Fon +49(0)8131 61 77-10
Fax +49(0)8131 32295-50
Email: bildungmmsz-dachau.de
Quellennachweis:
CONF: Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten (Dachau, 16-17 Oct 26). In: ArtHist.net, 15.09.2026. Letzter Zugriff 15.09.2026. <https://arthist.net/archive/54240>.