Museen zwischen Fakten und Fiktion: Fake News, KI und die Vermittlung von Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.
Veranstalter: Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), in Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin.
Museen sind Orte der Bewahrung, Einordnung und Präsentation von (im)materiellen Kulturgütern. Sie eröffnen Vermittlungs‑ und Verhandlungsräume und sind zentrale Akteure im Transfer von Wissen und Erinnerung.Dieser Transfer erfolgt nicht mehr nur über Sammlungs- und Ausstellungprojekte, sondern zunehmend auch mittels digitaler Plattformen, partizipativer Formate und transkultureller Netzwerke, die Prozesse kollektiver Erinnerung neu strukturieren können. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, wie Museen die Potenziale neuer technischer Entwicklungen sinnvoll und reflektiert integrieren können. Hierfür stehen ihnen heute eine Vielzahl neuer Interaktions- und Partizipationsformen zur Verfügung : Digitale Technologien – von KI bis VR – erweitern die Möglichkeiten innovativer und barrierearmer Vermittlung.
Zugleich gehen mit der digitalen Öffentlichkeit Risiken einher: Der virtuelle Raum ist auch ein Ort von Fake News, KI-generierten Bildern und anderen Formen der Desinformation. Museen tragen hier als Wissensinstitutionen mit hohem gesellschaftlichem Ansehen eine besondere Verantwortung. Als Akteure einer offenen Gesellschaft sensibilisieren sie für diese Gefahren und treten populistischen Verkürzungen und Geschichtsrevisionismus aktiv entgegen.
Die Tagung will die vielfältigen Dimensionen der Vermittlung von Wissen und Erinnerung in Museen vor dem Hintergrund neuer digitaler Technologien und KI-gestützter Vermittlungsformate beleuchten und interdisziplinäre Perspektiven auf dieses komplexe Feld bündeln.
Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Für unsere Planung bitten wir um Anmeldung bis 7. Oktober 2026 unter bkgebkge.bund.de
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PROGRAMM
Montag 12.10.2026
13.00 Uhr Begrüßung und Einführung
13.30 Uhr Keynote Heike E. Gleibs (Wikimedia Deutschland):
Das Wissen im Zeitalter technologischen Synthetisierens. Wikipedia, Wikidata und Co. Im Gefüge der digitalen Wissensordnung
14.00 – 17.15 Uhr: Strategien kritischer Medienkompetenz
Moderation: Matthias Thaden (MEK)
14.00 Uhr
Axel Bangert/Martin Borkowski-Saruhan (Deutsches Historisches Museum, Berlin):
Digitale Potentiale für historische Bildkritik und gegenwärtige Medienkompetenz nutzen: Eine Webanwendung zum kritischen Umgang mit NS-Täterfotografien im Kontext des deutsch besetzten Europa
14.40 Uhr
Mara Metzmacher (Haus der Geschichte Österreich, Wien):
„Belastetes“ Kulturerbe im digitalen Raum. Wie können digitale Formate eine kritische und agency-orientierte Erinnerungskultur fördern?
15.20 Uhr Kaffeepause
Moderation: Cornelia Eisler (BKGE)
15.50 Uhr
Mona Behfeld (Deichtorhallen Hamburg):
Viral Hallucinations: Das Zentrum für Visuelle Medien als Modell für kritische Bildkompetenz im Museum
16.30 Uhr
Agnieszka Szczepaniak-Kroll (Institut für Archäologie und Ethnologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Zweigstelle Poznań):
Die Rolle alternativer Erinnerungsnarrative bei der Bekämpfung von Desinformation: Der Fall des Museums der Posener Bamberger
17.15 Kaffeepause
18.00 – 19.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Museen zwischen Fakten und Fiktion: Herausforderungen und Strategien im Umgang mit Fake News
Sabine Arend (Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert)
Sandra Hollmann (Jüdisches Museum Berlin)
Jörg Morré (Museum Berlin-Karlshorst)
Moderation: Ingo Loose (Institut für Zeitgeschichte, Berlin)
19.30 Get-together
Dienstag 13.10.2026
09.30 – 13.15 Uhr: KI und das Museum von morgen - Chancen und Risiken für Vermittlung und Partizipation
Moderation: Judith Schühle (MEK)
9.30 Uhr
Isabelle Hamm (Institut für Medienkultur und Theater, Universität zu Köln):
Games in Museen – Museen in Games. Erinnerungskultur im Spannungsfeld von Ausstellung und Spiel
10.10 Uhr
Nico Wiethof (Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte, Detmold):
Verhandlungsraum kollektiver Erinnerung: Das „Wir-Archiv“ im Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte
10.40 Uhr
Jochen Mähnert (Ostpreußisches Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung, Lüneburg):
Halbvoll oder halbleer: IT im Museum als Chance und Last
Kaffeepause 11.20 – 11.50 Uhr
Moderation: Vincent Regente (Deutsche Gesellschaft e. V., Berlin)
11.50 Uhr
Tomáš Okurka (J. E. Purkyně-Universität, Ústí nad Labem):
„Unsere Deutschen“ im Zeitalter der KI und der Fake News
12.30 Uhr
Alexander John Bolton (Gedenkstätte Buchenwald):
Handlungsbedarf durch KI-Halluzinationen: Kurzvideos und KI-optimierte Inhalte als Antwort
Mittagspause 13.10 – 14.15 Uhr
14.15 – 15.45 Uhr
Podium mit Schlussdiskussion: KI und das Museum von morgen
Katrin Glinka (Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Berlin)
Jürgen Geuter (ART+COM GmbH, Berlin)
Carolin Wagner (Berlinische Galerie)
Moderation: Dorothee Haffner (HTW Berlin)
Reference:
CONF: Museen zwischen Fakten und Fiktion (Berlin, 12-13 Oct 26). In: ArtHist.net, Sep 13, 2026 (accessed Sep 14, 2026), <https://arthist.net/archive/54215>.