Transdisziplinärer Studientag zu Zuschreibungs- und Abschreibungsfragen bei Max Liebermann (1847–1935).
Im Jahr 2026 feiert die Liebermann-Villa am Wannsee ihr 20-jähriges Bestehen als Museum. Vor diesem Hintergrund baut das Haus seine Rolle als Forschungsinstitution weiter aus und initiiert einen transdisziplinären Studientag, der sich den komplexen Zuschreibungs- und Abschreibungsfragen im umfangreichen Werk vom Künstler Max Liebermann (1847–1935) widmet.
Ziel ist es, die grundlegenden Spannungsfelder zwischen den Disziplinen sichtbar zu machen und weitere gewinnbringende Formate des wissenschaftlichen Austauschs zu etablieren. Die klassische Kunstgeschichte und naturwissenschaftliche Analysen haben oft unterschiedliche Erkenntnistheorien: der Connaisseur/die Connaisseuse vertraut dem geschulten, auf Stilkritik bedachten Blick, der/die Chemiker:in vorwiegend dem Messwert. Der Studientag bringt Expert:innen aus den Disziplinen zusammen, um das komplexe Forschungsdesiderat aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Im Zentrum stehen hierfür zwei Werke, deren Authentizität bzw. Zuschreibung im Detail diskutiert werden soll. Mittels Forschungsimpulsen und im Dialog zwischen Expert:innen aus der Restaurierung, der Kunstgeschichte, dem Museumswesen, der Provenienzforschung, dem Kunsthandel und der Anwaltschaft möchte der Studientag in drei Panels konkrete Forschungsstände und aktuelle Fragen diskutieren.
Der Studientag richtet sich an ein Fachpublikum ebenso wie an eine interessierte Öffentlichkeit, darunter Fachkolleg:innen aus Museen und Wissenschaft, Vertreter:innen des Kunsthandels sowie Sammler:innen und jene, die beginnen möchten, zu sammeln.
Großzügig gefördert durch die Fontana Stiftung.
Um Anmeldung wird gebeten bis 1. Oktober 2026 unter: infoliebermann-villa.de. Bei inhaltlichen Rückfragen melden Sie sich gerne ebenso unter dieser E-Mail.
Das finale Programm wird in den nächsten Wochen an alle Teilnehmenden verschickt und auf liebermann-villa.de/museum/sammlung-forschung/ veröffentlicht.
Vorläufiges Programm (Stand September 2026)
13. Oktober 2026, 10–16 Uhr
9.30 Uhr: Akkreditierung & Ankommen
10.00 Uhr: Begrüßung durch Dr. Evelyn Wöldicke, Direktorin der Liebermann-Villa und Viktoria Bernadette Krieger, Ausstellungs- und Sammlungsleiterin sowie Initiatorin des Studientages
10.15 Uhr: Panel I: Connoisseurship & Provenienzforschung
mit
Drs. Margreet Nouwen, Verfasserin des in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnisses Arbeiten auf Papier, Max-Liebermann-Archiv, Berlin
Dr. Agnes Thum, Leitung Provenienzforschung, Ketterer Kunst GmbH & Co. KG
Christina Feilchenfeldt, Paul Cassirer & Walter Feilchenfeldt Archiv, Zürich
Diskussion
11.15 Uhr: Panel II: Am Studienobjekt – Fragen zu Maltechnik, Zuschreibung & Abschreibung
mit
Dr. Michael Bischoff, Sammlungskurator Bildende Kunst und Valerie Flämig, Sammlungsmuseologin, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins
12.00–12.15 Uhr: Kaffeepause
Pauline Krautkrämer, Restauratorin mit Forschungsschwerpunkt „Max Liebermanns Malgrund“, Stichting Restauratie Atelier Limburg in Maastricht
Caroline von Saint-George, Gemälde-Restauratorin, Abteilung Kunsttechnologie und Restaurierung des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln
Diskussion
13.15–14.15 Uhr: Gemeinsame Mittagspause
14.30 Uhr: Panel III: Umgang mit Fälschungen – Markt & Recht
mit
Markus Eisenbeis, Geschäftsführer von Van Ham, Kunstauktionen GmbH Co. KG und Initiator der Datenbank Kritische Werke, getragen vom Bundesverband deutscher Kunstversteigerer e. V.
Jutta Freifrau von Falkenhausen, Rechtsanwältin
Diskussion
15.30 Uhr: Was, wenn die Authentizität offenbleibt? – Abschlussrunde & Ausblick
Ab 16.00 Uhr: Ausklang
Quellennachweis:
CONF: Zuschreibungs- & Abschreibungsfragen bei Max Liebermann (Berlin, 13 Oct 26). In: ArtHist.net, 06.09.2026. Letzter Zugriff 07.09.2026. <https://arthist.net/archive/53588>.