Das 2021 gegründete Nachwuchsnetzwerk Junge Kunstgeschichte ist eine unabhängige Initiative (post)graduierter Forscher aller Fachbereiche und Institutionen, die zu kunsthistorischen und bildwissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten. Jährlich veranstaltet das Netzwerk ein Präsenztreffen, um aktuelle Forschung, Methoden und die Herausforderungen zu diskutieren, vor denen Nachwuchswissenschaftler stehen.
Das diesjährige Präsenztreffen findet vom 16.–19. September 2026 am Kunsthistorischen Institut in Florenz statt und steht unter dem Motto „gegen den Strich“. Zwischen Unmut, Widerborstigkeit und Widerständigkeit verstanden, ist die Metapher für die Junge Kunstgeschichte eine Einladung, etablierte Erzählungen gegen den Strich zu bürsten, vertraute Gegenstände aus neuen Perspektiven zu betrachten und die eigenen Fragestellungen und Methoden immer wieder neu zu reflektieren.
PROGRAMM
Mittwoch, 16. September 2026
14:00–15:00
Begrüßung, Einführung und Vorstellungsrunde
Franca Buss, Judith Dreiling, Clara Forcht und Gregor Meinecke
15:00
#Eigenlogik künstlerischer Medien
Moderation: Gregor Meinecke (Pisa/Hamburg)
Megan Müller (Hamburg)
„gegen den St(r)ich“ – Bewusste Abwandlungen von Kupferstichvorlagen für die Darstellung des Gnadenbrunnens auf Epitaphien
Isabella Hofmann (Salzburg/Wien)
Abstrakte Ornamente? Der Beitrag der europäischen Batik zur Entwicklung der Abstraktion
16:30 Kaffeepause
17:00
#(Un)Sichtbarkeiten & Intersektionalität
Moderation: Franca Buss (Hamburg/Florenz)
Julia Modes (Karlsruhe)
Proof of Pudding. Women Journalists and their Revolt against Sex Discrimination in the Face of the 'Boston Affair'
Thomas Moser (Wien/St. Pölten)
Extraterrestrische Gärten: Alma Thomas malt die Apollo-Missionen
18:30 Kurze Pause
18:45
Julia Biel (Florenz)
Führung durch die Photothek gegen den Strich: Arbeit gegen den Kanon
20:00 Ausklang mit Aperitivo (optional)
Donnerstag, 17. September 2026
09:00
Führung durch das Gebäude Via Giuseppe Giusti 44
(Treffpunkt vor Ort)
Im Anschluss Walk zur Via Gustavo Modena 13
10:30
#material turn
Moderation: Pablo Schinkel (Hamburg)
Karina Pawlow (Saarbrücken)
Der produktive Bruch. Glasscherben, Produktionsreste und die Grenzen kunsthistorischer Objekte
Clara Forcht (Florenz)
Die steinerne Membran: Malerische Interaktion mit der Höhlenwand
Kryštof Hejný (Ústí nad Labem) Electroporcelain as an Artistic Medium in Post-war Czechoslovakia
12:30 Mittagspause
13:30
#Körper
Moderation: Cécile Huber (Frankfurt/Main)
Teresa Mayr (Weimar)
Das Kollektive im Monströsen: Eine interdisziplinäre Studie zur Figur des Rattenkönigs
Carina Engelke (Hamburg)
Re/Produktionsweisen stören: Techno-materielle Körperbilder als Glitch
Anja Ilka Schneider (Köln)
Queering Figuration: (Neu-)Verhandlungen von Porträt und Akt im 21. Jahrhundert
15:30 Kaffeepause
16:00
#Archive
Moderation: Thomas Moser (Wien)
Brigitte Egger (Innsbruck)
„Unordnung“ als Methode: ruderale Ästhetik und wuchernde Archive bei Lois Weinberger
Leonie Groblewski (Marburg)
Die imaginäre Stadt – Erleben und Erinnern der Ewigen Stadt im digitalen Zeitalter
17:30 Kurze Pause
17:45
Junge Kunstgeschichte „gegen den Strich“
Plenargespräch über Widerstände während der Promotion und in der Postdoc-Phase mit Aperitivo auf der Terrasse
Freitag, 18. September 2026
10:00
#Architekturen
Moderation: Zelda Frank (Zürich)
Lea Hirschfelder (Zürich)
Badhäuser des europäischen Mittelalters. Annäherung an eine Typologie
Barbora Řepková (Prag)
Architectural Education (History) is Architecture (History)
Nina Irmert (Zürich)
Akteure der zweiten Reihe: Bauelemente und Metallhandwerk der Moderne 1920–1960
12:00 Mittagspause
13:30
#Arbeit & Gender
Moderation: Judith Dreiling (Berlin)
Pablo Schinkel (Hamburg)
„gegen den Strich“ – Kleinenbroichs Proletarier als scheiternde Gegenfigur
Mirja Beck (Frankfurt/Main)
Mit feinen Pinselstrichen gegen den Strich – Europäische Miniaturmalerinnen um 1800
15:00 Fellow Tea in der Casa Zuccari
16:30
#Kunstgeschichte als Sozialforschung
Moderation: Clara Forcht (Florenz)
Nanne Buurman (München)
Angels and Ghosts of History. Über Kunstgeschichtsschreibung als sozial reproduktive Praxis der (Selbst)bereinigung
Robert Schlücker (Paris)
Die widerständige Stadt. Nachbarschaft, Repräsentation und Beteiligung in der fotografischen Auseinandersetzung mit urbanem Wandel, ausgehend von Martha Roslers „The Bowery in two inadequate descriptive systems (1974–75)“
18:00
Abschlussdiskussion
Samstag, 19. September 2026
10:30–13:00
Marco Pomini (Florenz)
Florence against the grain
Hidden in Plain Sight: A Walking Tour of Florence
Quellennachweis:
CONF: Nachwuchsnetzwerk Junge Kunstgeschichte, Präsenztreffen (Florenz, 16-19 Sept 26). In: ArtHist.net, 05.09.2026. Letzter Zugriff 06.09.2026. <https://arthist.net/archive/53566>.