CFP 19.07.2026

Ré Soupault: Eine Frau im Zentrum der Avantgarden (Strasbourg, 17-18 Jun 27)

Strasbourg, Frankreich, 17.–18.06.2027
Eingabeschluss : 20.09.2026

Agathe Mareuge

[ English version below ]

Diese interdisziplinäre und internationale Tagung – die erste wissenschaftliche Veranstaltung, die Ré Soupault (1901–1996) gewidmet ist –, findet im Rahmen der Ausstellung statt, die der deutsch-französischen Künstlerin am Musée d'Art Moderne et Contemporain de Strasbourg vom 21. Mai bis 28. November 2027 gewidmet ist. Die Ausstellung wird mit dem Label „Bicentenaire de la photographie“ ausgezeichnet.

Im Jahr 2019 lenkte das hundertjährige Bauhaus-Jubiläum die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Frauen der berühmten Weimarer Schule für Architektur und angewandte Kunst und knüpfte somit an eine Reihe von Publikationen und Veranstaltungen an, die ihnen bereits seit den 2000er Jahren gewidmet worden waren. Ulrike Müllers Werk Bauhaus-Frauen: Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design, das 2009 zwanzig Künstlerinnen vorstellte, wurde daraufhin in einer aktualisierten und erweiterten Fassung neu aufgelegt, die im Kapitel „Meisterinnen der Fotografie und der Tagebuchnotiz" um eine neue Künstlerin ergänzt wurde: Ré Soupault. Dennoch bleibt ihr vielgestaltiges und umfangreiches Werk bis heute weitgehend unbekannt, insbesondere im französischsprachigen Raum.

Am Bauhaus, wo sie noch als (Meta) Erna Niemeyer bekannt war, studierte die 1901 in Bublitz/Bobolice in Pommern geborene Künstlerin bei Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Kurz darauf assistierte sie in Berlin Viking Eggeling bei einem der ersten abstrakten Filme und heiratete anschließend den Dadaisten Hans Richter. Als Modejournalistin (Scherl-Verlag, Berlin) lernte sie Paul Poiret kennen und wurde im Paris der 1930er Jahre Modeschöpferin. Sie erfand den Hosenrock und das „Transformationskleid", verkaufte in ihrem Atelier „Ré Sport" den Schmuck von Elsa Triolet, und ihre Kollektionen wurden von Man Ray fotografiert. Nach ihrer Begegnung mit dem Surrealisten Philippe Soupault im Jahr 1933 wurde sie Fotografin und begleitete ihn bei seinen Reportagen durch Europa sowie später im Maghreb. Sie war die erste Fotografin, der es gestattet wurde, eines der „Quartiers réservés“ von Tunis zu betreten und die dort lebenden Frauen zu fotografieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte sie getrennt von Philippe Soupault und arbeitete als Übersetzerin. Sie übertrug sowohl Romain Rolland als auch Lautréamont und die Surrealisten ins Deutsche, übersetzte aber auch Karl Jaspers, dessen Philosophie-Vorlesungen sie an der Universität Basel besuchte, ins Französische. Bis Ende der 1980er Jahre verfasste sie zahlreiche Radioessays zu unterschiedlichsten Themen und sammelte und übersetzte gemeinsam mit Philippe Soupault Volksmärchen aus der ganzen Welt, die auch noch heute ihr Publikum finden.
Über das gesamte 20. Jahrhundert hinweg entstand somit ein vielschichtiges Werk, das verschiedenste künstlerische Formen umfasste und dabei über den rein künstlerischen Bereich hinausging. Insbesondere ihr essayistisches Schaffen – entstanden für den schweizerischen und deutschen Rundfunk, aber auch für Kunstzeitschriften wie XXe siècle – dokumentiert die Avantgarden der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, deren Zeugin und Denkerin sie war. Mittlerin zwischen deutscher und französischer Kultur seit den 1930er Jahren, war sie nach 1944 auch in New Yorker Künstler- und Intellektuellenkreise eingebunden.
Die Vielfalt ihres Schaffens, ihre Tätigkeit in Bereichen, die als nachgeordnet galten, sowie ihr transnationaler Lebensweg erklären zum Teil, warum sie 25 Jahre nach ihrem Tod weitgehend unbekannt bleibt, trotz einiger Einzel- und Gruppenausstellungen, die ihr gewidmet waren. Zwar werden Künstlerinnen insbesondere aus den Avantgardebewegungen seit zwei Jahrzehnten im akademischen und institutionellen Feld wiederentdeckt, doch Historiographinnen der Avantgarde wie Ré Soupault bleiben weiterhin randständige Figuren, da sich die Gender-Perspektive in der Avantgarde-Forschung noch nicht ausreichend durchgesetzt hat (Suleiman 1990, Jones 2004).

Die Tagung « Ré Soupault: Eine Frau im Zentrum der Avantgarden » – die erste, die ausschließlich ihr gewidmet ist – hat das Ziel, sämtliche Facetten des Werks von Ré Soupault / Ré Richter / Renate Green / Erna Niemeyer zu untersuchen und ihren Platz in der europäischen Kunst-, Literatur- und Kulturgeschichte sowie in der Geschichtsschreibung der Avantgarden zu etablieren. Dabei soll zum einen analysiert werden, aus welchen Gründen sie in Vergessenheit geraten ist, zum anderen soll ihr künstlerischer und intellektueller Beitrag zur Geschichte der Bewegungen, denen sie nahestand, gewürdigt werden. Die Originalität und Vielfalt ihrer Tätigkeiten innerhalb der Avantgarden ermöglicht eine kritische Neulektüre dieser Bewegungen, insbesondere im Lichte neuer theoretischer Ansätze zu angewandter Kunst und Material Studies, aber auch der Cultural Studies, der Gender and Women’s Studies, sowie der Transcultural und Postcolonial Studies (im Falle ihrer 1939 in einem der Quartiers réservés von Tunis entstandenen Fotografien).

Beiträge aus der Kunstgeschichte (Mode, Fotografie, Film), den Literaturwissenschaften (Germanistik, Romanistik, Übersetzungswissenschaft), der Ideengeschichte sowie aus interdisziplinären Feldern (Avantgardeforschung, Gender Studies, Postcolonial and Transcultural Studies) könnten sich mit folgenden Bereichen befassen:

• dem filmischen Werk (1923–1925) im Zusammenhang mit Viking Eggeling sowie mit Hans Richter und Walter Ruttmann, und eingebettet in die breitere Wiederentdeckung weiblicher Beiträge zu diesem Bereich (Lore Leudesdorff u.a.);
• dem journalistischen Wirken (1926–1934) im Bereich der Mode, als Autorin und Zeichnerin für bedeutende deutsche Zeitschriften (Sport im Bild, Für die Frau, Die Form), neben anderen Frauen wie Helen Hessel oder Claire Goll;
• dem Wirken in der Mode durch ihr Atelier Ré Sport (1931–1934), mit dem sie versuchte, Bauhaus-Prinzipien in die Pariser Mode einzuführen;
• dem fotografischen Werk (1934–1951), das sich sowohl dem Neuen Sehen als auch einer humanistischen Fotografie zuordnen lässt, mit einer bedeutenden Anzahl von Porträts;
• der Übersetzertätigkeit, aus dem Französischen ins Deutsche (Romain Rolland, Lautréamont, Philippe Soupault) sowie aus dem Deutschen ins Französische (Karl Jaspers);
• den Schriften für den Rundfunk, die sehr unterschiedliche Themen der Kunst- und Literaturgeschichte sowie allgemeiner der Kulturgeschichte behandelten (Rabindranath Tagore, Annette Kolb, René Schickele, keltische Kultur, Hexen, die Stelle der Frau in europäischen und außereuropäischen Kulturen, Aubusson-Wandteppiche u. a.);
• dem Schreiben, Herausgeben und Übersetzen von Volksmärchen, insbesondere in Zusammenarbeit mit Philippe Soupault.
Bestimmte Aspekte könnten Gegenstand vertiefter Einzelstudien sein:
• Ré Soupaults Ausbildung an der Weimarer Bauhaus-Schule (1921–1925) bei Itten, Klee, Kandinsky, Muche, Schlemmer und Gropius;
• ihre Einbindung nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedene künstlerische Netzwerke, etwa mit den Bauhaus-Frauen (Lore Leudesdorff, Tut Schlemmer, Gertrud Arndt, Lucia Moholy, Anneliese Itten, Nina Kandinsky), mit weiteren Freunden jener Zeit (Umbo, Werner Graeff) oder mit Fotografinnen (Florence Henri, Gisèle Freund);
• die Art und Weise, wie sie in ihren Essays für Rundfunk und Zeitschriften (zum Bauhaus, zu Dada, zum Surrealismus) eine eigenständige Geschichte der Avantgarden schrieb, die sich von der sich zur gleichen Zeit (1960er–1970er Jahre) herausbildenden Avantgardetheorie abhob;
• ihre Fotoreportage über die Flüchtlingslager im Deutschland der Jahre 1950–1951 sowie das Tagebuch ihrer Reise mit dem Velosolex durch das zerstörte Deutschland;
• die einzige zu ihren Lebzeiten organisierte Fotoausstellung, 1994 im Goethe-Institut Paris im Rahmen des „Mois de la Photo“;
• ihre postum 2018 in Deutschland (2026 in Frankreich) erschienene Autobiographie;
• ihre 1990 veröffentlichte deutsche Übersetzung der Champs Magnétiques von André Breton und Philippe Soupault, eines 1919 in Paris erschienenen Werks, das als Höhepunkt von Dada oder als erstes surrealistisches Werk gilt, verbunden mit der Frage, wie sich automatisches Schreiben übersetzen lässt;
• ihre besondere Beziehung zu bestimmten Künstlern (Viking Eggeling, Kurt Schwitters, der ihr den Künstlernamen Ré gab, Walter Mehring, Man Ray, Florence Henri, Lisa Tetzner, Kurt Kläber/Kurt Held u. a.) sowie selbstverständlich ihre gemeinsamen Arbeiten mit Philippe Soupault.

Der in Heidelberg aufbewahrte Nachlass bietet weitere Forschungsmöglichkeiten (Korrespondenz, Tagebücher, unveröffentlichte Manuskripte, Übersetzungsentwürfe, Bibliothek, fotografischer Bestand). Die Tagung richtet sich ausdrücklich an Nachwuchswissenschaftler*innen, die sich für eine singuläre Gestalt interessieren, deren Leben das gesamte 20. Jahrhundert durchzog, zumal die Forschungsperspektiven, die sich durch ihr reichhaltiges Schaffen und ihre Einbindung in vielfältige Netzwerke eröffnen, besonders zahlreich sind. Im Anschluss an die Tagung ist eine Online-Publikation vorgesehen.
Vorschläge im Umfang von 250–300 Wörtern, in französischer, englischer oder deutscher Sprache, mit Titel und kurzer bio-bibliographischer Notiz, sind bis zum 20. September 2026 an folgende drei Adressen zu senden:
agathe.mareugesorbonne-universite.fr ; isabelle.ewigsorbonne-universite.fr ;
j.ramosunistra.fr
Benachrichtigung über die Annahme der Vorschläge: 30. Oktober 2026

Wissenschaftlicher Beirat und Organisation:
Agathe Mareuge (UR REIGENN und Centre André-Chastel, Sorbonne Université)
Isabelle Ewig (Centre André-Chastel, Sorbonne Université)
Julie Ramos (UMR Arche, Université de Strasbourg)
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Ré Soupault: A Woman at the Heart of the Avant-Gardes.

This interdisciplinary and international conference, the first scholarly event devoted to Ré Soupault (1901–1996), will be held in conjunction with the exhibition dedicated to the Franco-German artist at the Strasbourg Museum of Modern and Contemporary Art, running from 21 May to 28 November 2027. The exhibition has been awarded the "Bicentenaire de la Photographie" label.

In 2019, the centenary of the Bauhaus brought renewed attention to the women associated with the celebrated Weimar school of architecture and applied arts, building on a body of publications and events devoted to them since the early 2000s. Ulrike Müller's Bauhaus-Frauen: Meisterinnen in Kunst, Handwerk und Design , which profiled twenty women artists upon its initial publication in 2009, was subsequently reissued in a revised and expanded edition incorporating, within the chapter "Meisterinnen der Fotografie und der Tagebuchnotiz," a newly recognized figure: Ré Soupault. And yet, her multifaceted and substantial body of work remains largely unknown to this day, particularly within the French-speaking world.

During her studies at the Bauhaus, the artist then known as (Meta) Erna Niemeyer (born in Bublitz/Bobolice, Pomerania) studied under Johannes Itten, Vassily Kandinsky, and Paul Klee. Shortly thereafter, in Berlin, she assisted Viking Eggeling on one of the earliest abstract films and subsequently married the dadaist Hans Richter. Having worked as a fashion journalist and made the acquaintance of Paul Poiret, she established herself as a fashion designer in 1930s Paris, originated the culotte-skirt and the so-called "transformation dress," sold jewelry designed by Elsa Triolet in her boutique-atelier "Ré Sport," and had her collections photographed by Man Ray. Following her meeting with the surrealist Philippe Soupault in 1933, she turned to photography and accompanied him on reportage assignments throughout Europe and in the Maghreb. She was the first woman photographer granted authorization to enter one of Tunis's quartiers réservés and to photograph the women residing there. Following the Second World War, and separated from Philippe Soupault, she pursued a career as a translator, rendering into German authors as diverse as Romain Rolland, Lautréamont, and the surrealists, while also translating from German into French the work of Karl Jaspers, whose philosophy lectures she attended at the University of Basel. Until the late 1980s, she additionally composed numerous radio essays on a wide array of subjects and, together with Philippe Soupault, compiled and translated children's tales whose popularity has endured to the present day.

Throughout the 20th century, Ré Soupault engaged in a multifaceted range of activities, both within and beyond the artistic sphere alone. Her essayistic production in particular – produced for Swiss and German radio as well as for periodicals such as XXe siècle – constitutes a first-hand account of the avant-gardes of the first half of the 20th century, which she observed as a privileged witness and thinker. As an intermediary between German and French culture, she was also part of networks of artists and intellectuals in New York from 1944 onward.
The diversity of her output, her engagement in activities considered minor, and her transnational trajectory partly explain why she remains largely unknown twenty-five years after her death, despite the solo and group exhibitions devoted to her. While women artists, particularly those of the avant-garde movements, have been undergoing academic and institutional rediscovery for two decades, women historiographers of the avant-garde such as Ré Soupault remain marginal figures, as the gender perspective has not yet become sufficiently integrated within avant-garde research (Suleiman 1990, Jones 2004).

This conference, the first to be devoted exclusively to her, seeks to examine the full range of the work produced under the names Ré Soupault, Ré Richter, Renate Green, and Erna Niemeyer, intending to establish her place within European art history and literary history, and within cultural history and the historiography of the avant-gardes. The aim will be to analyze the reasons for her falling into obscurity and to assess her artistic and intellectual contribution to the history of the movements with which she was associated. The originality and multiplicity of her activities within the avant-gardes allow for a critical rereading of these movements, particularly in light of the development of research on the applied arts and material culture (fashion in particular), as well as cultural studies, feminist and gender studies, and transcultural and postcolonial studies (in the case of the photographs she took in one of Tunis's quartiers réservés in 1939).

Contributions drawing on art history (fashion, photography, film), literary studies (German studies, French studies, translation studies), the history of ideas, and inherently interdisciplinary fields (avant-garde studies, gender studies, postcolonial and transcultural studies) might address the following areas:

• her work in film (1923–1925), in relation to Viking Eggeling as well as Hans Richter and Walter Ruttmann, situated within the broader scholarly rediscovery of women's contributions to this field (Lore Leudesdorff);
• her work in journalism (1926–1934), within the domain of fashion, as both author and illustrator for major German periodicals (Sport im Bild, Für die Frau, Die Form), alongside contemporaries such as Helen Hessel and Claire Goll;
• her work in fashion, through her boutique Ré Sport (1931–1934), in which she sought to introduce Bauhaus principles into Parisian fashion;
• her photographic practice (1934–1951), situated at the intersection of New Vision photography and a more humanist idiom, encompassing a substantial body of portraits;
• her work as a translator, from French into German (Romain Rolland, Lautréamont, Philippe Soupault) and from German into French (Karl Jaspers);
• her radio writing, addressing a broad range of subjects within art and literary history, and cultural history more generally (Rabindranath Tagore, Annette Kolb, René Schickele, Celtic culture, witchcraft, the position of women within European and extra-European cultures, Aubusson tapestry, among others);
• her writing, work as a publisher, and translation of children's tales, notably in collaboration with Philippe Soupault.
Certain aspects may warrant more focused study, including:
• her training at the Bauhaus in Weimar (1921–1925) under Itten, Klee, Kandinsky, Muche, Schlemmer, and Gropius;
• her postwar integration into diverse artistic networks, including Bauhaus women (Lore Leudesdorff, Tut Schlemmer, Gertrud Arndt, Lucia Moholy, Anneliese Itten, Nina Kandinsky), contemporaries from the same period (Umbo, Werner Graeff), and women photographers (Florence Henri, Gisèle Freund);
• the manner in which, through her essays for radio and for periodicals (devoted to the Bauhaus, Dada, and surrealism), she constructed an original historiography of the avant-gardes that diverged from the theory of the avant-garde then emerging during the same period (the 1960s–1970s);
• her photo-reportage on refugee camps in Germany during 1950–1951, together with the journal documenting her journey with her Velosolex through a war-devastated Germany;
• the sole photographic exhibition organized during her lifetime, held in 1994 at the Goethe Institut in Paris as part of the Mois de la Photo;
• her autobiography, published posthumously in Germany in 2018 (and in France in 2026);
• her German translation (published in 1990) of Les Champs magnétiques by André Breton and Philippe Soupault—a work first published in Paris in 1919 that has been read alternately as the culmination of Dada or the inception of surrealism—raising the methodological question of how automatic writing might be translated;
• her privileged relationships with certain artists (Viking Eggeling, Kurt Schwitters, who conferred upon her the artistic name Ré, Walter Mehring, Man Ray, Florence Henri, Lisa Tetzner, Kurt Kläber/Kurt Held, among others), and, naturally, her collaborative work with Philippe Soupault.

The Ré Soupault estate, preserved in Heidelberg, offers further opportunities for research, including correspondence, diaries, unpublished manuscripts, translation drafts, her personal library, and her photographic archive. The conference welcomes in particular the participation of early-career researchers with an interest in this singular figure whose career spanned the entirety of the twentieth century, given the considerable number of research avenues opened up by the richness of her output and her integration within multiple intellectual and artistic networks. The conference proceedings will be published online.
Proposals of 250–300 words, in French, English, or German, accompanied by a title and a brief bio-bibliographical note, should be submitted by 20 September 2026 to the following three addresses:
agathe.mareugesorbonne-universite.fr ; isabelle.ewigsorbonne-universite.fr ;
j.ramosunistra.fr
Notification of acceptance: 30 October 2026

Scientific and Organizing Committee:
Agathe Mareuge (UR REIGENN et Centre André-Chastel, Sorbonne Université)
Isabelle Ewig (Centre André-Chastel, Sorbonne Université)
Julie Ramos (UMR Arche, Université de Strasbourg)

Selected Bibliography

Exhibition Catalogues
Mois de la Photo à Paris, catalogue général, Paris, Paris Audiovisuel, 1994
Christian Bouqeret (ed.), Les femmes photographes de la Nouvelle Vision en France 1920-1940, cat. exp., Paris, Marval, 1998
Manfred Metzner (ed.), Ré Soupault, Die Fotografin der magischen Stunde, cat. exp. (Martin-Gropius-Bau Berlin), Verlag Das Wunderhorn, 2007
Inge Herold, Ulrike Lorenz, Manfred Metzner (ed.), Ré Soupault, Künstlerin im Zentrum der Avantgarde, cat. exp. (Kunsthalle Mannheim), Verlag Das Wunderhorn, 2011
Claudia Emmert, Manfred Metzner, Frank-Thorsten Moll (ed.), Ré Soupault, Das Auge der Avantgarde, cat. exp. (Zeppelin Museum Friedrichsafen), Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn, 2015
Thomas Galifot, Marie Robert, Ulrich Pohlmann (ed.), Qui a peur des femmes photographes, cat. exp., Paris, Musée d’Orsay / Hazan, 2015
Damarice Amao, Florian Ebner, Christian Joschke (ed.), La photographie arme de classe. Photographie sociale et documentaire en France, 1928-1936, cat. exp., Paris, Centre Pompidou / Textuel, 2018.
Martina Kuoni, Manfred Metzner (ed.), Ré Soupault - ‘Es war höchste Zeit…’. Eine Avantgardekünstlerin in Basel 1948 bis 1958, Heidelberg, Verlag Das Wunderhorn, 2021

Other Sources
Philippe Soupault, Vingt mille et un jours, entretiens avec Serge Fauchereau, Paris, Belfond, 1980, chapitre « Peinture II » (entretien avec Ré Soupault), p. 155-166
Philippe et Ré Soupault, Kandinsky et la découverte de l’art abstrait, film 16mm, 55', réal. Roger Kahane, 1968, textes : poèmes de Kandinsky, avec la voix de Jean Négroni, et Michel Bouquet. Avec la participation de Bernard Dorival, Joan Miro, Aimé Maeght, et Nina Kandinsky.
Frédéric Mitterrand, Philippe Soupault à Tunis, documentaire, 26’, réal. Frédéric Mitterrand, 1996, avec la participation de Ré Soupault.
Pascal Auger, À travers la diagonale. L’histoire mouvementée de la Symphonie diagonale, film, 86’, réal. Pascal Auger, 2022, avec la participation de Ré Soupault (archives), Patrick de Haas et Markus Heltschl.
Ulrike Ottinger, Paris Calligrammes, film, 129’ et 90’ réal. Ulrike Ottinger, 2019

Quellennachweis:
CFP: Ré Soupault: Eine Frau im Zentrum der Avantgarden (Strasbourg, 17-18 Jun 27). In: ArtHist.net, 19.07.2026. Letzter Zugriff 20.07.2026. <https://arthist.net/archive/53510>.

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