CONF 16.06.2026

Raum für Nachhaltigkeit? (München, 16-17 Jul 26)

München, 16.–17.07.2026
Anmeldeschluss: 06.07.2026

Christa Syrer

"Raum für Nachhaltigkeit? Interdisziplinäre Perspektiven auf die Land- und Forstwirtschaft in der Vormoderne".

Nachhaltigkeit ist heute eine der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen – von der Bewältigung der Klimakrise über die globale Ernährungssicherung bis hin zur Gestaltung resilienter Lebensräume. Die historische Perspektive liefert dabei überraschend aktuelle Einsichten: Schon vormoderne Gesellschaften standen vor ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen, die Parallelen zu heutigen Fragen aufweisen. Wie haben Agrargesellschaften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit auf Klimaschwankungen, auf Ernteausfälle und Ressourcenverknappung reagiert? Welche Strategien lassen sich als frühe Formen nachhaltigen Wirtschaftens gerade in Krisensituationen erkennen?

Der Workshop „Raum für Nachhaltigkeit? Interdisziplinäre Perspektiven auf die Land- und Forstwirtschaft in der Vormoderne“ untersucht diese Fragen und rückt neben der Forstwirtschaft die bisher wenig beachtete Landwirtschaft als komplexes System in den Mittelpunkt, in dem ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ineinandergreifen. Ziel ist es, nachhaltige Formen landwirtschaftlicher Praxis der Vormoderne sichtbar zu machen und aus interdisziplinärer Perspektive zu diskutieren.

Anmeldung zum Workshop bis zum 6. Juli an: christa.syrerkunstgeschichte.uni-muenchen.de

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PROGRAMM:

Donnerstag, 16. Juli 2026
Ort: LMU München, Institut für Bayerische Geschichte, Institutsbibliothek

14:00-14:15
Markus Müller & Christa Syrer (München)
Begrüßung & Einführung

Panel 1 — Vormoderne Wirtschaftsräume: Archäologische, bauhistorische und archivalische Zugänge zur Ressourcennutzung

14:15-14:45
Claudia Lemmes (Tübingen)
Auswirkungen städtischer Entwicklung in Schrift- und Umweltarchiven. Das Fallbeispiel der oberwürttembergischen Landstadt Waldsee im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit

14:45-15:15
Claudia Hagenguth (Ellingen)
„Zum Nutzen des Ackers.“ Schafe im System des frühneuzeitlichen Wirtschaftshofes der Veste Heldburg. Bauliche und aktenbasierte Perspektiven

15:15-15:45
Michael Peters (München)
Human Impact und Landschaft seit dem Frühmittelalter aus pollenanalytischer Sicht anhand der Fallbeispiele Erzgebirge und bayerische Alpen

15:45-16:15
Diskussion

16:15-16:45 Kaffeepause mit Postersession

Nadine Luskovec (Leipzig)
Gefroren, gemalt und geformt: Die Rolle der Winterbilder in der Wahrnehmung von und im Umgang mit Kältewellen in den Vereinigten Niederlanden während der ‚Kleinen Eiszeit‘ (1565–1700)

Helen Haniel, Igor Rzyhov, Louisa Scheuermann (München)
Von der Vergangenheit lernen? Nachhaltigkeit als geschichtswissenschaftliche Kategorie für die Vormoderne (Masterseminar)

Panel 2 — Waldnutzung und Forstrecht: Argumentation, Herrschaft, Praxis

16:45-17:15
Marcel Schön (Tübingen)
„Den Nachkömmlingen zu Trost und Nutzen.“ Nachhaltigkeit als Argument in der Aushandlung von Waldnutzung. Das Beispiel der Reichsstadt Reutlingen

17:15-17:45
Heiko Laß (München)
Landesherrliche Forstnutzung auf dem Thüringer Wald in der Frühen Neuzeit

17:45-18:15
Diskussion

18:30-19:30
Abendvortrag
Ansgar Schanbacher (Göttingen / Hannover)
Von Klosterforsten zu städtischen Weiden – vormoderne Nachhaltigkeitsstrategien in gelehrtem Diskurs und Praxis

ab ca. 19:30
Umtrunk

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Freitag, 17. Juli 2026
Ort: Stiftungsgut Freiham

Panel 3 — Das Kloster als Wirtschaftsraum: Klösterliche Ökonomie und Ressourcennutzung in der Vormoderne

10:00-10:30
Christian Stadelmaier (Gießen)
Raumnutzung und Ressourcenmanagement. Die Frage der Nachhaltigkeit zisterziensischer Ökonomie im Mittelalter

10:30-11:00
Anneliese Rebert (Göttingen)
Kloster und Stadthof. Hybride Ökonomie geistlicher Frauengemeinschaften im 16. Jh.

11:00-11:20
Kaffeepause

11:20-11:50
Thomas Kühtreiber (Salzburg / Krems)
Ressourcenschonendes Bauen und Erhalten in der Vormoderne – Nachhaltigkeit ante litteram oder ökonomische Notwendigkeit? Das Fallbeispiel Klosterhöfe in der Wachau, Niederösterreich

11:50-12:20
Barbara Schratzenstaller (München)
Gestörte Kreisläufe in Krisenzeiten? Annäherungen an Vorstellungen von nachhaltiger (Land-)wirtschaft in der Überlieferung mittelalterlicher Klöster aus Bayern und Österreich

12:20-13:00
Panel- & Abschlussdiskussion

13:00-14:00
Gemeinsames Mittagessen

14:00-15:30
Führung Gut Freiham

Quellennachweis:
CONF: Raum für Nachhaltigkeit? (München, 16-17 Jul 26). In: ArtHist.net, 16.06.2026. Letzter Zugriff 16.06.2026. <https://arthist.net/archive/52745>.

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