CFP 14.06.2026

Bauen im Kontext nach 1970 (Bamberg, 10-11 Dec 26)

Bamberg, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, An der Universität 7, 10.–11.12.2026
Eingabeschluss : 07.08.2026

Laura Grallert, Universität Bamberg

Bauen im Kontext nach 1970 - Leitbegriffe. Prozesse. Qualitäten.

Tagung des Arbeitsbereiches Denkmalpflege des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Spätestens seit dem Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 und dem Einsetzen der behutsamen Stadtsanierungspraxis entstanden in Deutschland zahlreiche Bauprojekte, die als Bauen im historischen Kontext, Stadtreparatur oder Bauen im Bestand verhandelt wurden. Eingebettet in einen breiten postmodernen Theoriediskurs, dessen Wurzeln bis in die 1960er Jahre zurückreichen, stellten diese Bauten den Planungsparadigmen der Nachkriegsmoderne eine Neubewertung von historisch gewachsenen Strukturen entgegen, die sich nicht zuletzt in Leitvorstellungen wie der Stadt als Lebensraum, sozialer und funktionaler Durchmischung, Heterogenität sowie einer erneuten Wertschätzung regionaler Bautraditionen niederschlug.
Neben viel beachteten Projekten wie der Internationalen Bauausstellung Berlin (IBA) 1987 entstanden in zahlreichen Regionen und Orten Bauvorhaben, die sich die hier formulierten Maßstäbe (mehr oder weniger) zu eigen machten und eine neue Phase von kontextsensibler Architektur einzuleiten schienen. Eine systematische Bestandsaufnahme dieser Bauten einer nunmehr historisch gewordenen Epoche steht bislang noch aus und kann auch im Rahmen einer Tagung nicht geleistet werden. Folglich konzentriert sich unsere Tagung auf drei grundlegende Fragenkomplexe, um so einen Beitrag zu einer architekturhistorischen und denkmaltheoretischen Aufarbeitung zu leisten:

Leitbegriffe
Welche Begriffe wurden in den zeitgenössischen Debatten gebraucht? Wie waren sie theoretisch hinterlegt und auf welchen Vorannahmen gründen sie? Welche alten oder neuen Begriffe erscheinen aus der zeitlichen Distanz noch überzeugend? Welche erweisen sich im Hinblick auf die Abgrenzung unterschiedlicher Strategien oder Qualitäten der damals entstandenen Projekte als leistungsfähig?

Prozesse
Das Themenfeld zielt darauf, an konkreten Beispielen Planungs- und Entscheidungsprozesse einschlägiger Projekte zu rekonstruieren und die komplexen Aushandlungsprozesse zwischen den unterschiedlichen Akteur:innen zu erschließen. Willkommen sind insbesondere auch Beiträge, die methodische Fragen adressieren, etwa welche Quellenbestände zur Erforschung dieser Projekte auch jenseits klassischer Archivalien zur Verfügung stehen, oder welche besonderen Herausforderungen sich etwa im Umgang mit Aussagen von Zeitzeug:innen stellen.

Qualitäten
Die Frage der Bewertung von Architektur, ihrer Aufgaben und „Qualitäten“ stand und steht im Mittelpunkt der Debatten um eine kontextbezogene Architektur. Welche Qualitäten wurden dem kontextbezogenen Bauen zugeschrieben und wie wurden diese begründet? Wie ist die Architektur gealtert und welche Maßstäbe legen wir heute an vergleichbare Projekte an? Erwünscht sind auch Beiträge, die jenseits von normativen Wertedebatten offen Vor- und Nachteile ergründen oder Ansatzpunkte für eine denkmalpflegerische Bewertung diskutieren.

Wir freuen uns auf aussagekräftige Abstracts (maximal 200 Wörter), gerne mit einer Angabe, unter welchem der drei Fragenkomplexe Sie Ihre Beiträge verorten möchten. Bitte senden Sie Ihre Abstracts bis spätestens 07. August 2026 per E-Mail an BauenimKontext.denkmalpflegeuni-bamberg.de.
Eine Publikation der Beiträge ist für 2027 vorgesehen.

Quellennachweis:
CFP: Bauen im Kontext nach 1970 (Bamberg, 10-11 Dec 26). In: ArtHist.net, 14.06.2026. Letzter Zugriff 14.06.2026. <https://arthist.net/archive/52710>.

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