Workshop der AG »Medien und Kunst / Kunst und Medien« der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM).
Organisation: Oliver Ruf, Torsten Schöbel, Barbara Stoltz.
Eine Verortung künstlerischer Forschung zwischen Kunst (Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Medienkunst) und Wissenschaft (Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften) fordert sui generis interdisziplinäre Spannungen heraus: sowohl bezüglich ihrer Definition als auch der Bestimmung ihrer Aufgaben, in Hinsicht auf die Wertung bzw. Einordnung ihrer Erkenntnisse und Produkte sowie im Hinblick auf eine entsprechende Institutionalisierung. Seit ihrem Aufkommen vor etwa 30 Jahren hat sich die Wahrnehmung der künstlerischen Forschung enorm gewandelt. Während diese zunächst als eigenständiger, aber intensiv diskutierter Ansatz betrachtet wurde, ist sie heute weitgehend international anerkannt, diskursiv etabliert und dazu zunehmend in Hochschulstrukturen verankert – auch wenn Debatten über ihr eigentliches ›Wesen‹ und damit einhergehend auch hinsichtlich ihrer epistemischen Relevanz weiterhin bestehen. So wird die künstlerische Forschung weiterhin als epistemisch und methodisch schwer eindeutig bestimmbare Praxis beschrieben, deren Status als eigenständige Fachrichtung nach wie vor kontrovers verhandelt wird. Vor diesem Hintergrund ist die Frage nach dem Standort künstlerischer Forschung vehement aktuell – und diese stellt sich ebenfalls angesichts gegenwärtiger Tendenzen der Forschungspolitik erneut. Sowohl zunehmende Forderungen nach Multi- und Interdisziplinarität als auch Implikationen neuerer technologischer Entwicklungen verlangen geradezu nach einer Standortbestimmung, die ihrerseits Fragen stellt: Wie wird künstlerische Forschung heute differenziert verstanden? Wie steht es um ihren Stellenwert im ästhetischen Diskurs? Wo ist sie tatsächlich institutionell verankert? Und in welchen Kontexten ist sie effektiv vertreten? Der Workshop der AG »Kunst und Medien / Medien und Kunst« der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) am 11. und 12. Juni 2026 am Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaft (ZeM) widmet sich diesen Fragestellungen aus der Perspektive der Kunst und aus derjenigen der Medien- und Kunstwissenschaft.
Anmeldung
Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir bis zum 05.06.2026 um vorherige Anmeldung unter: mailzem-brandenburg.de
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Programm:
Donnerstag, 11. Juni 202615:00-15:15 Uhr
Begrüßung
15:15-16:00 Uhr
Florian Leitner (HU Berlin): Das Medientheater als Labor künstlerischer Forschung
16:00-16:45 Uhr
Michael Rottmann (Hochschule Düsseldorf / Peter Behrens School for Arts): Das Mediale als Herausforderung der künstlerischen Forschung. Überlegungen zu Praktiken, Vermittlungen und Problemen künstlerischer Medienforschung
16:45-17:15
Pause
Oliver Ruf (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg): Zur Ästhetisierung des Wissens. Medienästhetik und künstlerische Forschung im Diskurs
Freitag, 12. Juni 2026
09:00-09:45 Uhr
Barbara Stoltz (Univ. Marburg): Kunsttheorie und wissenschaftliche Methodik: Zur Auseinandersetzung mit dem (eigenen) Regelwerk der künstlerischen Forschung am Beispiel der Arbeiten von Aviva Rahmani.
09:45-10:30 Uhr
Martina Leeker (Univ. zu Köln): Aspekte einer Mediengeschichte Künstlerischer Forschung. Verunsicherung von Wissen, Aufwertung von Praxis, Fröhliche Kontrollverluste und Auflösung von Subjektpositionen
10:30-11:00 Uhr
Pause
11:00-11:45 Uhr
Torsten Schöbel (Univ. Potsdam/FH Potsdam): Künstlerische Forschung, künstlerische Praxis und Medialität. Konstellationen ästhetischer Erkenntnis-, Erfahrungs- und Vermittlungsprozesse
11:45-12:00 Uhr
Abschluss
Quellennachweis:
CONF: Standort künstlerische(r) Forschung: Neue Verortung(en) (Potsdam, 11-12 Jun 26). In: ArtHist.net, 26.05.2026. Letzter Zugriff 26.05.2026. <https://arthist.net/archive/52559>.