ANN 21.03.2012

Akademievorlesung "Kunst in der Wissenschaft - Wissenschaft in der Kunst" (BBAW)

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin, 19.04.–05.07.2012

Stefan Aue

Die zwischen Wissenschaft und Kunst bestehenden Unterschiede lassen sich mühelos zu Gegensätzen erklären. Der Ernst, die Strenge und die Trockenheit wissenschaftlicher Bemühungen stehen seit der Antike in sprichwörtlicher Opposition zur Leichtigkeit, Großzügigkeit und Heiterkeit der Kunst. Dennoch gibt es tragende historische, kulturelle und sogar methodologische Gemeinsamkeiten, die es rechtfertigen, von einer produktiven Wirkungseinheit zu sprechen.

In der Akademievorlesungsreihe des Sommersemesters im Rahmen des Jahresthemas "ArteFakte. Wissen ist Kunst - Kunst ist Wissen" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften geht es um eine Gesamteinschätzung des Themas: Von den Anfängen der Kunst in der Frühgeschichte der Menschheit, über die unter ihrem Einfluss entstandenen Wissenschaften der Antike und die Entdeckung ihrer handwerklich-technischen Gemeinsamkeiten in der Renaissance soll die Entwicklung bis in die Gegenwart nachgezeichnet werden. In diesem historischen Längsschnitt entsteht so ein Eindruck von der produktiven Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Kunst.

Zweifel an der üblichen Abgrenzung zwischen Vorgeschichte, Antike, Mittelalter und Neuzeit sind hierbei ebenso erwünscht wie eine Verunsicherung des Glaubens an eine scheinbar eindeutige Abgrenzung von Theorie und Praxis. Dabei soll in der Reihe die zentrale Rolle der Technik als Mittlerin zwischen Kunst und Wissenschaft beleuchtet werden.

Ziel ist es, in dieser historischen und systematischen Ausrichtung die Offenheit im Selbstverständnis der Wissenschaften kenntlich zu machen und Annäherungen sowohl zwischen Kunst und Wissenschaft als auch zwischen theoretischen, technischen und praktischen Lebensbereichen aufzuzeigen.

PROGRAMM:

DONNERSTAG, 19. APRIL 2012, 18.30 UHR

"Bilder als Wegweiser des Höhlenausganges"
Horst Bredekamp
(Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin / Akademiemitglied)

"Kunst und Wissenschaft als öffentliches Geschehen. Thesen zu ihrem gemeinsamen Auftritt in der Antike"
Volker Gerhardt
(Institut für Philosophie, Humboldt-Universität zu Berlin / Akademiemitglied)

Moderation: Erika Fischer-Lichte
(Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin / Akademiemitglied)

DONNERSTAG, 3. MAI 2012, 18.30 UHR

"Die Rolle der Kultur in der Evolution des Menschen"
Volker Mosbrugger
(Direktor Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt a. M.)

Miriam Haidle
(Koordinatorin Forschungsprojekt "The Role of Culture in Early Expansions of Humans", Senckenberg Forschungsinstitut, Frankfurt a. M.)

Moderation: Volker Gerhardt

DONNERSTAG, 10. MAI 2012, 18.30 UHR

"Der Künstler als Wissenschaftler. Myron und das Problem der Darstellung von Bewegung"
Luca Giuliani
(Rektor Wissenschaftskolleg zu Berlin / Akademiemitglied)

"Literatur verstehen. Die Darstellung menschlichen Handelns bei Homer
als Vorbild für die aristotelische Dichtungstheorie"
Arbogast Schmitt
(Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Freie Universität Berlin)

Moderation: Wilfried Nippel
(Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin / Akademiemitglied)

DONNERSTAG, 5. JULI 2012, 18.30 UHR

"Eine gemeinsame Vision. Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Naturforschern
in der Frühen Neuzeit"
Lorraine Daston
(Direktorin Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin / Akademiemitglied)

"Zwischen Akademie und Werkstatt oder: Wie die moderne Wissenschaft entstand"
Jürgen Mittelstraß
(Konstanzer Wissenschaftsforum, Universität Konstanz / Akademiemitglied)

Moderation: Eberhard Knobloch
(Professor für Geschichte der exakten Wissenschaften und der Technik, Technische Universität Berlin / Akademiemitglied)

Hinweise zur Teilnahme:
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Jahresthema 2011|12 der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften „ArteFakte. Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen“ zielt darauf ab, das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst zu sondieren. In der Zusammenführung der beiden Bereiche im theoretischen Diskurs und in der konkreten Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Künstlern werden neue Wege des Wissenstransfers erprobt.

Quellennachweis:
ANN: Akademievorlesung "Kunst in der Wissenschaft - Wissenschaft in der Kunst" (BBAW). In: ArtHist.net, 21.03.2012. Letzter Zugriff 11.09.2026. <https://arthist.net/archive/2956>.

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