"Translozierung"
Vortragsreihe des Instituts für Bau- und Kunstgeschichte der BTU-Cottbus
Alle Vorträge finden im LG 2C, Erdgeschoss, Zeichensaal um 19.00 Uhr statt.
12.06.07 Prof. Dipl.-Ing. Berthold Burckhardt (TU Braunschweig): Geschichte
der Zelte - Von der Antike bis in die Gegenwart (siehe unten)
19.06.07 Dipl.-Ing. Nikolaus Bernau (Berlin): Der Pergamon-Altar in Berlin -
Möglichkeiten musealer Translozierung
27.06.07 Lutz Engelskirchen M.A. (Freilichtmuseum Hagen): Erforschen,
Versetzen und Neuinszenieren historischer Bauten in Freilichtmuseen
03.07.07 Dr. Gabriele Diana Grawe (Trier): Kulturtransfer - Mitglieder des
Bauhauses in Amerika
10.07.07 Dr. Thomas Parent (Westfälisches Industriemuseum, Zeche Zollern
II/IV Dortmund): Konservieren, Rückbau, Rekonstruieren, Translozieren?
Denkmalpflege und Industriemuseum im Spannungsfeld
Den Auftakt der Vortragsreihe des Instituts für Bau- und Kunstgeschichte,
die im Sommer 2007 das Thema "Translozierung" auszuleuchten sucht, bildet
ein Vortrag zu einer der ältesten Baukonstruktionen der Geschichte - den
Zelten.
Zelt und Translozierung - vor allem für alte wie neue Nomaden liegt dies eng
beieinander. Steinzeitliche Jäger, wandernde Naturvölker oder
Circusunternehmen nutzten und nutzen das Zelt ebenso als mobile Unterkunft
und Arbeitsstätte wie moderne Camper und Militärs. Optimal haben sie die
Konstruktionsweisen im Laufe der Jahrtausende an unterschiedlichste Klimata
und verfügbare Materialien angepasst, die Dimensionen reichen vom
Ein-Mann-Zelt bis zu temporären Sport- und Festhallen für Tausende von
Besuchern. Ursprünglich vor allem Schutz vor Witterung und Gefahren für den
schlafenden Menschen, ist es noch immer Synonym für Schutz, Hülle, Haus und
Wohnen. Ohne seinen archetypischen Ausdruck zu verlieren, ist es
zwischenzeitlich jedoch längst auch zum Dauerbau geworden. Wo liegt die
Bedeutung moderner Membrane für die Baukunst der Zukunft: Bleibt das Zelt,
um einem der Großmeister der Moderne, Philip Johnson, zu folgen, eine
"Para-Architektur"? Oder ist es nicht an der Zeit, das Textile, wie es schon
Gottfried Semper propagierte, als eines der vier Grundelemente der Baukunst
anzuerkennen?
Berthold Burkhardts Arbeiten zu Zeltkonstruktionen reichen bis in die späten
1960er Jahre zurück, als ihn Prof. Frei Otto an das Institut für leichte
Flächentragwerke der Universität Stuttgart holte. Als Vorstandsmitglied
wirkte Burkhardt danach u.a. in den DFG-Sonderforschungsbereichen
"Weitgespannte Flächentragwerke (SFB 64)" und "Natürliche Konstruktionen
(SFB 230)" an den Universitäten Stuttgart und Tübingen mit. Seit 1984 leitet
er das Institut für Tragwerksplanung der Technischen Universität
Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, in den vergangenen Jahren bekleidete er
dort zudem das Amt des Vizepräsidenten für Infrastruktur.
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Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz,
Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung
Quellennachweis:
ANN: Translozierung. Vortragsreihe (BTU Cottbus, Jun-Jul 07). In: ArtHist.net, 11.06.2007. Letzter Zugriff 18.09.2026. <https://arthist.net/archive/29411>.