CFP Feb 15, 2012

Film als Medium der Architekturgeschichte

Linz, Österreich, Oct 4–06, 2012
Deadline: Apr 15, 2012

Barbara Schrödl

Call for Papers

Film als Medium der Architekturgeschichte

Tagung am Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie der Katholisch–Theologischen Privatuniversität Linz vom 4. – 6.10.2012, veranstaltet vom Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz in Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft und Kunstpädagogik der Universität Bremen und dem Mariann Steegmann Institut Kunst & Gender. Filmische Bilder von historischer und zeitgenössischer Architektur sind heute omnipräsent. Seit einigen Jahren werden sie zunehmend nicht nur im Ausstellungswesen und anderen auf eine breite Öffentlichkeit zielenden Kontexten herangezogen, sondern finden diese Bilder auch in der Wissenschaft Verwendung. Erste Versuche, filmische Bilder zur Dokumentation von Architektur, zur Vermittlung architekturhistorischen Wissens sowie zur Gewinnung neuer Erkenntnis heranzuziehen, gehen bis auf das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zurück. Bereits in den 1920er Jahren zeichnete sich allerdings ab, dass der Film sich nur hinsichtlich einer auf Breitenwirksamkeit zielenden Architekturvermittlung durchsetzen würde. Aus dem akademischen Bereich wurde er sowohl als Bildmedium wie auch als Diskussions- und Analysegegenstand stillschweigend ausgeklammert. Seit den 1960er Jahren wurde diese Festlegung jedoch zunehmend in Frage gestellt und außerdem der Spielfilm als Medium der Architekturgeschichte entdeckt. In jüngster Zeit zeichnen sich unter dem Einfluss der digitalen Medien weitere Umstrukturierungen ab.

Wie bereits in den 1910er Jahren fiel auch das erneute Interesse am Film als Bildmedium sowohl der akademischen Architekturgeschichte wie der auf ein breites Publikum ausgerichteten Rezeption in eine Phase verstärkter Auseinandersetzung mit der Kategorie des Raums; heute ist es in Verbindung mit einem Verständnis von Raum, das diesen als sozial und kulturell geprägtes Beziehungsgefüge begreift, zu betrachten. In diesem Zusammenhang wurde und wird nicht nur diskutiert, ob das bewegte Bild des Films die Räumlichkeit der Architektur adäquater wiedergeben kann als etwa die Fotografie oder welche (weiteren) Argumente für und gegen den Einsatz des Films in unterschiedlichen Kontexten ins Feld geführt werden können. Die Aufmerksamkeit gilt vielmehr darüber hinaus auch den Entstehungsbedingungen und Effekten filmischer Bilder von Architektur und Raum, d.h. der Art und Weise, in der sie Bedeutungen herstellen oder verschieben, Rezeptionshaltungen prägen oder verändern und (De-)Territorialisierungen unterstützen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass mediale Bilder und Bildersysteme immer auch an das soziale Konstrukt der Geschlechterdifferenz gebunden sind und daher Geschlechterordnungen (mit-)produzieren und repräsentieren.

Mögliche Themenfelder:
- Kunsthistoriker/innen als Filmemacher/innen und wissenschaftliche Berater/innen beim Film
- Wechselwirkungen zwischen architekturhistorischer Theoriebildung und Film
- Wechselwirkungen zwischen Film und Neuem Bauen
- Aktuelle Interessen der Architekturgeschichte am bewegten Bild
- Verhältnis zwischen filmischer Repräsentation von Architektur/(Wohn-)Raum und Visualisierung von Geschlecht

Bitte senden Sie ein max. einseitiges Exposé zusammen mit einem knappen Lebenslauf bis zum 15.4.2012 an b.schroedlktu-linz.ac.at.

Eine Publikation der Vorträge ist geplant.

Reference:
CFP: Film als Medium der Architekturgeschichte. In: ArtHist.net, Feb 15, 2012 (accessed Sep 16, 2026), <https://arthist.net/archive/2716>.

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