In der Öffentlichkeit sprechen und begegnen sich Menschen. Die Öffentlichkeit ist ein Raum von Symbolen und Ritualen, von Argumenten, Versammlungen und Körpern. Theorien über Öffentlichkeit sind in der Regel jedoch an ein Verständnis von sprachlichen Prozessen gebunden, welche die öffentliche Meinung bilden. Demgegenüber möchte die Tagung die materiellen Bedingungen thematisieren, die für eine politische und kritische Öffentlichkeit ebenso wirksam sind. Die Relevanz von Körpern, Bildern und hybriden Medien im und für einen öffentlichen Raum soll herausgestellt werden, genauso wie religiöse Gehalte, die wieder an Bedeutung gewinnen und eine Herausforderung für die säkulare Gesellschaft darstellen.
Dabei lässt sich die Öffentlichkeit der Gegenwart durch zwei gegenläufige und doch miteinander verschränkte Tendenzen beschreiben: Zum einen spielen Versammlungen und deren visuelle Mediatisierung in Form von Demonstrationen oder auch Migrationen eine zunehmende Rolle im Verständnis von (transnationaler) Öffentlichkeit: Körper versammeln sich, setzten sich kollektiv in Bewegung und verändern dadurch nachhaltig politische Gemeinwesen. Zum anderen findet eine Virtualisierung der Öffentlichkeit durch das Internet und den Social Media statt, wo traditionelle Gatekeeper durch Algorithmen ersetzt und mit Schlagworten wie „Filterblase“, „Social Bots“ und „Fake News“ problematisiert werden können. Aus den Perspektiven von Philosophie, Theologie und Kunstwissenschaft sowie von Kultur-, Medien- und Sozialwissenschaft geht es somit um eine Neubestimmung der symbolischen Ordnung von gegenwärtigen Formen von Öffentlichkeit.
Speakers:
Katja Bernhardt (Berlin), Christian Fuchs (Westminster), Christine Hanke (Bayreuth), Florian Höhne (Berlin), Manuela Naveau (Linz), Mirja Kutzer (Kassel), Frederike von Oorschot (Hannover), Michael Reder (München), Thomas Renkert (Heidelberg), Brigitte Sölch (Florenz), Stefan Weber (Salzburg)
Organisation:
Andreas Telser (Linz), Lukas Kaelin (Linz), Ilaria Hoppe (Linz), Ansgar Kreutzer (Gießen)
Die Tagung bietet interessierten WissenschaftlerInnen aus den Disziplinen Philosophie, Theologie, und Kunstwissenschaft (sowie jeweils angrenzende Disziplinen) die Gelegenheit, zum Thema vorzutragen. Dafür sind zwei Formate (pro Person 20 min. Vortrag) vorgesehen:
a) auf das Tagungsthema bezogene Round-Tables, bei dem 2-3 WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen miteinander im Austausch sind. (Vortragsskizzen sind gemeinsam einzureichen!)
b) klassische Einzelvorträge, die sich auf das Tagungsthema beziehen.
Interessierte laden wir ein, Vortragsskizzen von max. 5000 Zeichen (inkl.) bis einschließlich 30. Juni 2018 per Mail (l.kaelinku-linz.at) oder Post (Lukas Kaelin) zu schicken. Die Skizzen können in deutscher oder englischer Sprache verfasst sein. Fügen Sie, bitte, ein kurzes CV an.
Quellennachweis:
CFP: Bubbles & Bodies (Linz, 7-9 Nov 18). In: ArtHist.net, 29.04.2018. Letzter Zugriff 27.09.2026. <https://arthist.net/archive/18004>.