Für das Forschungsprojekt "Visualisierung von Erfahrungen" suchen wir Kritiker (Kunsthistoriker, Theoretiker, Philosophen, Rezensenten, Journalisten) die kurze kritische Kommentare zu einzelnen Ausstellungen zeitgenössischer abstrakte Malerei formulieren.
Es geht um einer Reihe von sieben Ausstellungen in Berlin zwischen April und Dezember 2012, in der eine Auswahl abstrakter Kunstwerke von verschiedenen Künstlern gezeigt wird. Die kritische Kommentare können ausformulierte kurze Texte sein (um die 500 Wörter), aber können ebenso die Form einer Video-Botschaft oder eines Gesprächs annehmen. Wenn möglich werden die Kritiken auch auf der Ausstellung (z.B. während der Finissage) vorgelesen, um die Diskussion über die Arbeiten anzuregen.
Am Ende des Projektes bieten die gesamten Rezensionen einen kritischen Überblick der Ausstellungsreihe. Anfang 2013 werden die Texte in einer Publikation der Kunsthochschule Sint Lucas Antwerpen veröffentlicht.
Die nächste zwei Ausstellungen:
24. Mai, 20.00 Uhr: "Musik in den Augen" Präsentation von Stella Pinson.
Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin
Die Arbeiten von Stella Pinson basieren auf einer äußerst akkuraten Analyse ihrer einzigartigen Erfahrung von Farben. Unwillkürlich verbindet Stella Pinson die von ihr wahrgenommenen Farben mit bestimmten Klänge. Diese Begabung (Synästhesie genannt) erlaubt es ihr, ihre Gemälde in Musik zu übersetzen. Die völlig eigentümlichen Lieder zu ihren Bildern singt die Künstlerin auch selbst.
15.-17. Juni: "Über die Entbehrlichkeit abstrakter Kunst". Stella Pinson, Jens Presser und Anna Ernst
Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin
Die abstrakte Malerei ist eine hoffnungslos überholte und nicht länger bedeutungsvolle Gattung, so behauptet der belgische Kulturkritiker Ludovik Vermeersch. Der Kunstraum Ossastraße 38 nimmt sein Text über die Entbehrlichkeit abstrakter Kunst zum Anlass für eine Ausstellung und lädt zur Diskussion ein. Gezeigt werden drei Positionen von ganz verschiedenen Künstlern, die sich alle drei der Skepsis nicht hingeben wollen und fest an die Relevanz abstrakter Kunst glauben.
Wenn Sie interessiert sind, kommen Sie einfach auf der Veranstaltung vorbei oder melden Sie sich unter: visualisingexperiencesgooglemail.com.
Mehr Infos über die Ausstellungsreihe: www.ossastrasse38.blogspot.de
Das Projekt heißt vollständig "Visualisierung von Erfahrungen. Ein künstlerisches Forschungsprojekt über die Wahrnehmung von Zeitgenössischer Abstrakter Kunst." Es wird von dem Video-Künstler Toon Leen in Berlin und Antwerpen durchgeführt, in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Sint Lucas Antwerpen und der Forschungsgruppe Visuelle Kultur des Departement für Kommunikationswissenschaften der Universität Antwerpen. Der Fokus des Projekts liegt auf den ästhetischen Erfahrungen der Zuschauer, und ihrer Art und Weise, zeitgenössischen abstrakten Kunstwerken Bedeutung zu verleihen. Reaktionen von Zuschauern, Gespräche zwischen Künstlern und Besuchern, Beobachtungen des Verhaltens der Zuschauer und Kritiken von Rezensenten und Experten werden anschließend zu einem Video-Essay verarbeitet, das den Umgang mit abstrakter Malerei visualisieren und analysieren möchte. Wie betrachten die Zuschauer den Inhalt abstrakter Bilder und die Intentionen abstrakter Künstler? Was bringt jemanden dazu einem abstrakten Bild entweder Bedeutung beizumessen oder es als Dekorstück zu ignorieren? Dies sind die zentralen Fragen des Projektes.
English version
For the research project "Visualising Experiences", we are looking for writers to criticise exhibitions of contemporary abstract art.
Drawing on a selection of abstract painters, a series of seven exhibitions will be set up in Berlin from April through December 2012. With each exhibition we ask critics to formulate responses to the works shown. Their critique can take the form of a written review or a conversation with the artist. At the end of the project, the reviews of the participating writers will be published in a project catalogue by Sint Lucas University College of Art Antwerp.
Coming up:
May 24, 8.00 pm: "Musik in den Augen"
Stella Pinson
Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin
Stella Pinson´s paintings take the form of meticulous studies based on her idiosyncratic experience of colour. Involuntarily, Pinson associates specific tones with the colours she sees. This gift of synesthetic perception enables her to translate her paintings in music, which she sings herself. The artist will be present at the exhibition to elucidate her colour theory and perform her compositions.
15-17 June: "On the Needlessness of Abstract Art"
Stella Pinson, Jens Presser, Anna Ernst
Kunstraum Ossastrasse 38, 12045 Berlin
Three visual artists respond to a text by the Belgian writer Ludovik Vermeersch on what he calls the nonsense of making abstract paintings today. They believe strongly in the possibilities of abstraction as a strategy in the twenty-first century. Not only will they show their work, they will also explain their positions in a public dialogue with Ludovik Vermeersch.
More information on the exhibitions: www.ossastrasse38.blogspot.de
If you are interested in participating or should you have any further questions, please contact us at visualisingexperiencesgooglemail.com.
"Visualising Experiences" is a research project organized by the Visual Culture Research Group of the Department of Communication Science at the University of Antwerp together with Sint Lucas University College of Art and the Berlin-based video artist Toon Leen. The project focuses on the aesthetic experience of viewers of abstract art and their ways of attributing meaning to abstraction. Recordings of the viewer‘s behaviour and his or her reactions, conversations between visitors and artists, and critical reviews written about these presentations will be integrated in and reflected upon in a video essay and a catalogue to be published in 2013.
Reference:
CFP: Reviewing Abstract Art (Berlin). In: ArtHist.net, May 21, 2012 (accessed Jun 9, 2026), <https://arthist.net/archive/3311>.