Raubkunst, Kulturgut, nationales Eigentum? (Tutzing, 8-10 Feb 19)

Evangelische Akademie Tutzing, 08. - 10.02.2019
Anmeldeschluss: 01.02.2019

Raubkunst, Kulturgut, nationales Eigentum? Objekte zwischen Recht und Moral

20 Jahre nach der „Washingtoner Erklärung“ bleiben noch immer viele Fälle von NS-Raub- bzw. Beutekunst ungeklärt. Gleichzeitig hat sich das Feld der Provenienzforschung in den letzten Jahren über den Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg hinaus sukzessive ausgedehnt. Unter einem großen Fragezeichen steht aktuell vor allem der moralisch korrekte Umgang mit dem sogenannten kolonialen Erbe. Wie kann es weitergehen?

PROGRAMM

Freitag, 08. Februar 2019 (Anreise ab 16.00 Uhr)
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Begrüßung

I. RAUBKUNST: EINE GLOBALE FRAGESTELLUNG
19.30 Uhr Museen und Raubkunst: eine lange Geschichte mit offenem Ende?
Dr. Matthias Frehner, ehem. Direktor des Kunstmuseums Bern
20.15 Uhr Die Debatte um den Entzug von Kulturgütern in der Kolonialzeit und ihre Restitution
Dr. Felicity Bodenstein, Provenienzforscherin, TU Berlin
21.00 Uhr Vergleich von Unvergleichlichem? NS-Raubkunst und Kulturgut aus den Kolonien
Podiumsdiskussion mit
Dr. Felicity Bodenstein, Dr. Matthias Frehner, Jörg Häntzschel (Journalist), Dr. Hilke Thode-Arora (Ethnologin)

Samstag, 09. Februar 2019
II. DAS ERBE DES KOLONIALISMUS
09.00 Uhr Tanzanian Perspectives on Cultural Heritage from the Colonial Past
Prof. Dr. Bertram Mapunda, Anthropologe und Historiker, Tansania (angefragt)
09.45 Uhr Postkoloniale Provenienzforschung und künstlerische Praxis im deutsch-tansanischen Dialog: Das „Humboldt Lab Tanzania“
Dr. Lili Reyels, Historikerin, Deutsches Historisches Museum Berlin
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Provenienzforschung an den Objekten der Ozeanien-Sammlung im Museum Fünf Kontinent
Dr. Hilke Thode-Arora
11.45 Uhr Kommentar und Gespräch mit den Referierenden
PD Dr. Christian Fuhrmeister, ZI für Kunstgeschichte
12.30 Uhr Mittagessen

III. KUNSTRAUB UND KUNSTVERWERTUNG IM NATIONALSOZIALISMUS
14.30 Uhr Verfolgung – Verlust – Vernichtung: Jüdische Familien und der Raub ihrer Habe
Emily Löffler M.A., Landesmuseum Mainz
15.15 Uhr Kunst und Geld: Dimensionen von Raub und Verwertung durch die Nationalsozialisten
Dr. Johannes Gramlich, Bayerische Staatsgemäldesammlungen
16.00 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr Hildebrand Gurlitt – Kunstbesessener ohne Moral?
Dr. Meike Hoffmann, Provenienzforscherin, FU Berlin
17.15 Uhr Kommentar und Gespräch mit den Referierenden
Dr. Meike Hopp, ZI für Kunstgeschichte
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr Die Ausstellungen „Bestandsaufnahme Gurlitt“ in der Bundeskunsthalle und im Gropius Bau
Dr. Agnieszka Lulinska, Bundeskunsthalle Bonn
20.00 Uhr Filmangebot in der Rotunde

Sonntag, 10. Februar 2019
IV. DIE LANGE NACHKRIEGSZEIT
09.00 Uhr Herausforderung Fluchtgut – ein Sonderfeld der Provenienzforschung
Dr. Sebastian Schlegel, Klassik Stiftung Weimar
09.45 Uhr Der Fall Dittmayer
Dr. Barbara Haubold, Kunsthistorikerin
10.30 Uhr Pause
11.00 Uhr Warum wir ein neues Recht brauchen
Prof. Dr. Sophie Schönberger, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Universität Düsseldorf
11.45 Uhr Recht und Moral – Besitz und Verantwortung
Podiumsdiskussion mit
Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jürgen Papier (Leiter der Beratungskommission für Raubkunst-Streitfälle), Prof. Dr. Sophie Schönberger, Dr. Stephan Klingen (ZI für Kunstgeschichte)
12.45 Uhr Ende der Tagung mit dem Mittagessen

Stipendien (Pauschalpreis von 50 Euro für die ganze Tagung) sind bei einschlägigen Studienschwerpunkten möglich. Motivationsschreiben bitte an die Tagungsleitung: haerendelev-akademie-tutzing.de. Reguläre Preise sind auf der Homepage ersichtlich.

Quellennachweis:
CONF: Raubkunst, Kulturgut, nationales Eigentum? (Tutzing, 8-10 Feb 19). In: ArtHist.net, 12.01.2019. Letzter Zugriff 19.03.2019. <https://arthist.net/archive/19860>.

Beiträger: Dr. Ulrike Haerendel

Beitrag veröffentlicht am: 12.01.2019

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